Kolumne Eifel-Einsichten : Schwer was los im Lavender

Zurzeit ergehe ich mich in Unachtsamkeitsübungen. Weil es, nicht nur wegen der Pandemie (C-Log 25, Silberjubiläum, hätt ich auch drauf verzichten können), einfach zu viele ... wie soll ich das jetzt ausdrücken, ohne die Idioten zu beleidigen?

Ach, ich probier’s erst gar nicht.

Jedenfalls gibt es derzeit so viel dummes Geschwätz zu ignorieren wie schon ewig nicht mehr, wenn man sein Seelenheil einigermaßen beieinander halten will. Wie gut, dass die klügere Person in unserem Haushalt auf unserem etwa zehneinhalb Tischtennisplatten großen Grundstückchen gegenüber den Lavender gepflanzt hat. Und dahinter noch den ... äh ... die ... also diese gelben, langen ... Dings, und die Orangenen, wie heißen die nochmal (Donaldinien? Trumpnulpen? Und wollte ich nicht die Irren ignorieren?), egal, es sieht fabelhaft aus, und vor allem ist dermaßen was los, dass man einfach nicht weggucken will. Unglaublicher Betrieb: Bienen, Wespen, Hummeln und Schmetterlinge, eine Freude. Siehe Beweisfoto! Es ist nur eine Hummel! Aber sie lässt mich die Deppen vergessen. Und ein paar Meter höher: Schwalbenalarm. Und der Hausrotschwanz, den ich doch jüngst aus dem Kamin befreite, kommt auch jeden Tag nach mir gucken. War das, Leser, jetzt zu einfältig? Will sich der Kolumnist gar bei „Landlust“ bewerben? So weit käm’s noch. Nein, das ist was Intellektuelles. Man nennt das, echt jetzt, „Nature Writing“. Dajöh.

 Hummel im Lavender.
Hummel im Lavender. Foto: Fritz-Peter Linden

Et jit net jerannt.