Kolumne Eifeleinsichten : Rotz!

Mann! Da versuchst du frühmorgens, im viertelwachen Tagesanbruchsdämmer, während sich erste Gedanken noch erfolgreich gegen Sinn und Logik sperren, die finalen Angstreste schlimmer Nachtmahre zu verjagen ... und schon meldet sich der nächste Ärger. Mist: Da kratzt was. So zwischen Hals und Nase. Erkältung. Zack bist du hellwach. Und düster gestimmt. Das ist nicht schön. Macht aber schnell munter, immerhin. Zumal du ja trotzdem aufstehen musst: In der heutigen Arbeitswelt reicht eine Erkältung schon lange nicht mehr zum Krankfeiern (Ich hab bestimmt zu viel über Karl Marx gelesen in den vergangenen Tagen, weil der doch 200 wird im Mai. Ach ja: Was einen auch gut aus dem Bett treiben kann, ist das Morgenelend. Wenn du die Welt so finster siehst, dass du es nicht mehr in der Kiste aushältst. Und, noch besser: der Radiowecker-Ohrendreck, den einem die Sender, angesagt von unnatürlich kreglen und angesichts ihres haha-witzigen Gelabers auch unbegründet fröhlichen Moderatoren, entgegen ölen, diesen schlimmen, deutschen Achtsamkeits-Pop und die ... stop! Jedenfalls: Aufstehen ist da die attraktivere Option).

Jetzt schniefel ich so für mich hin, zart leidend, weil Erkältung ja nun sooo schlimm auch wieder nicht ist, während ich diesen Text in die Tasten rotze. Nase dicht. Wenn ich jetzt „Bananen“ sage, klingt das wie „Badaded“. Hm. Wo hab ich mir das nur eingefangen? Vielleicht hab ich es ja auch einfach nur übertrieben mit der Schafferei. Jaja, ich hör euch schon höhnen. „Wat du machs, is doch kein Arbeit!“ Ennn-doch!, sag ich.

Ach, apropos übertreiben: Das ist, schreibt Schulfreundin Anita Reusch aus Großlangenfeld, wie wenn ihr seliger Papa früher beim Schrauben immer sagte – und zwar, wenn man eine von denen sehr fest angezogen oder gar überdreht hatte: „Noh fest keijt kabott.“ Also: Nach fest kommt kaputt.

Da ist was dran. Ich mach jetzt mal locker. Und ihr auch.

Hust! Rotz! Et jit det jeraddt!