Kommandowechsel in Spangdahlem: Bailey reicht den Säbel weiter

Kostenpflichtiger Inhalt: Neuer Kommodore David Epperson soll Air Base zu Eckpfeiler der Air Force machen : Kommandowechsel in Spangdahlem: Bailey reicht den Säbel weiter

Mit einer großen Zeremonie ist Kommandant Jason Bailey von der Air Base Spangdahlem verabschiedet worden. Nachfolger David Epperson soll den Stützpunkt zu einem „Eckpfeiler der Air Force“ ausbauen. Nach Truppenabzug klingt das nicht.

Eine gigantische US-Flagge flattert im Wind der Ventilatoren. Die blau-weiß-rote Fahne ist hinter der Bühne gespannt, auf der gerade Hunderte Augenpaare ruhen. „And the Star Spangled Banner in triumph doth wave“, schallt die amerikanische Nationalhymne durch den größten Hangar auf der Air Base Spangdahlem: „die Flagge weht im Triumph“. Währenddessen: ehrfüchtige Stille unter Soldaten, Angehörigen, deutschen Bürgermeister und Behördenleitern.

Sie alle sind gekommen, um Jason E. Bailey an seinem letzten Tag in der Eifel die Ehre zu erweisen. Zwei Jahre lang war er Kommandant des 52 Jagdgeschwaders, das in Spangdahlem (VG Speicher) stationiert ist. Und glaubt man seinem Vorgesetzten, Generalmajor John Wood, hat er den Job „außergewöhnlich gut“ gemacht.

So gut, dass der Leiter der US-Operationen in Europa und Afrika ihm dafür einen neuen Orden ans Revers heftet: die „Legion of Merit“, eine Verdienstmedaille, die US-Soldaten für „hervorragende Leistungen“ verliehen wird. Bailey habe einen „neuen Standard für die Air Force gesetzt“, sagt Wood in seiner Laudatio, die zu einer wahren Lobeshymne gerät: „Er hat die Einsatzbereitschaft auf ein neues Level gehoben.“

Doch die Zukunft bringt für den scheidenden Kommandeur der „Sabers“ mehr als nur warme Worte und eine Medaille. Auch seine nächste Karrierestation kommt einer Auszeichnung gleich: Der Colonel wird in die Strategie-Abteilung des Pentagon berufen. „Da erwarten dich die großen Probleme“, sagt Wood: „Aber wir wissen, dass der Job bei dir in sicheren Händen ist.“ Sichere Hände hat sich Bailey auch für sein Jagdgeschwader, dem derzeit 4000 Stationierte angehören,  gewünscht. „Er bat mich zu seinem Abschied nur um einen Gefallen“, sagt Generalmajor Wood: „Dass wir den besten Mann für seine Nachfolge finden.“ Und das sei Dave Epperson.

Epperson, der für die nächsten zwei Jahre das Kommando in Spangdahlem übernimmt, hat eine ähnliche Laufbahn wie Bailey hingelegt. Er hat in allen wichtigen amerikanischen Kriegen gekämpft. Und auch er war, wie Bailey, vor seiner Ankunft in der Eifel in Bagram, Afghanistan, stationiert.

„Du wirst unseren Flügel in noch höhere Höhen führen“, ist sich der scheidende Kommodore Bailey daher sicher. Generalmajor John Wood übergibt ihm die Aufgabe, die Air Base Spangdahlem „weiter zu einem Eckpfeiler unserer Air Force auszubauen.“

Nach einem baldigen Truppenabzug aus der Eifel klingen diese Worte nicht. Die Aussagen dürften also die Sorgen vieler Bürger, Vermieter und Arbeitnehmer aus der Region zerstreuen. Denn nach Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump fürchteten einige um die Zukunft der Air Base Spangdahlem und damit der 800 Arbeitsplätze und 2000 Mietwohnungen für Militärangehörige. Der umstrittene Staatschef hatte nämlich vor Kurzem angekündigt, Truppen aus Deutschland nach Polen abzuziehen, wenn die Bundesregierung ihre Verteidigungsausgaben nicht erhöht.

Kommunalpolitiker glauben indes nicht, dass es in Spangdahlem zu großen Veränderungen kommen wird. Manfred Rodens (CDU), Verbandsgemeindebürgermeister von Speicher, sagt bei der Zeremonie: „Spangdahlem hat für die Amerikaner eine große strategische Bedeutung. Meiner Einschätzung nach, wird sich daran auch in naher Zukunft nichts ändern.“

Der Landtagsabgeordnete und Kreisbeigeordnete Michael Billen (CDU) gibt ihm Recht: „Ramstein und Spangdahlem bilden die  Flugellipse der US-Truppen Richtung Osten.“ Ein baldiger Abzug daher: ausgeschlossen.

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