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Kommenden Freitag wird die neue Energiezentrale der Alten Kaserne in Betrieb genommen. Rund 1,4 Millionen Euro wurden in die Hackschnitzel-Anlage investiert.

Energieversorgung : Anders als zu Zeiten der Amerikaner: Neue Energie für Alte Kaserne

Die neue Energiezentrale der Alten Kaserne wird am Freitag in Betrieb genommen. Rund 1,4 Millionen Euro wurden in die Hackschnitzel-Anlage investiert.

Noch wird überall geschweißt und geschraubt. Es wirkt auf Außenstehende nicht so, als wäre der Termin zu halten. Doch dieser Eindruck täusche, wie Naturstrom-Mitarbeiter Reinhard Busch erklärt.

„Es wirkt zwar noch etwas durcheinander, doch das Aufwendigste haben wir hinter uns“, sagt Busch und zeigt unter anderem auf die Betonplattform, auf der nachher die transportablen Hub-Container abgestellt werden. Von dort werden die Hackschnitzel direkt zur Heizanlage befördert.

Also momentan noch nicht, aber in den kommenden Wochen. Denn bis Anfang April soll die Anlage fertig sein. Ab dann sollen nahezu alle Gebäude auf dem Gelände der Alten Kaserne mit Nahwärme versorgt werden. In Betrieb genommen wird die Anlage sogar schon in dieser Woche. Am Freitag ist feierliche Einweihung. Und dann wird der Hebel umgelegt.

Für die Kundschaft auf dem Kasernengelände wird sich dadurch zunächst nichts ändern. Bereits seit Ende 2015 beliefert die Bedabik GmbH & Co. KG, an der die Naturstrom AG, der Waldbauverein Bitburg und der Bitburger Unternehmer Willi Notte gleichberechtigt beteiligt sind, ihre Kundschaft mit Wärme.

Und zwar mit Hilfe von zwei mobilen Ölheizungen, mit denen die Zeit bis zur Fertigstellung der neuen Heizanlage überbrückt wird.

Am Freitag geht es dann zunächst mit Heizöl weiter. So gehören zur neuen Energiezentrale neben zwei Hackschnitzkesseln mit einer Gesamtleistung von 860 KW und zwei Blockheizkraftwerken zur Stromerzeugung auch noch eine Ölheizung.

Diese soll lediglich dazu dienen, die Spitzenlasten abzudecken. Und sie wird zudem ab Freitag laufen, bis die Hackschnitzelanlage in Betrieb genommen wird. Ab dann geht es schließlich im Sinne der Naturstrom-Unternehmensphilosophie weiter.

„Uns war für die Beteiligung wichtig, dass ein nachhaltiges Konzept zugrunde liegt“, sagt Busch. Und durch die Zusammenarbeit mit dem Waldbauverein Bitburg sei das gegeben. „Wir liefern Laub-Industrie-Holz, das auf dem Markt ohnehin schwer zu vermarkten ist“, erklärt Kurt Rings, Vorsitzender des Waldbauvereins.

Die Hackschnitzel kämen von den Mitgliedern des Waldbauvereins und damit aus der unmittelbaren Umgebung, sodass man auch dem Aspekt der Nachhaltigkeit und der regionalen Wertschöpfung gerecht werde.

Darüber hinaus, so Rings, hätten die Mitglieder des Waldbauvereins auch die Möglichkeit gehabt, im Rahmen von stillen Beteiligungen in das rund 1,4 Millionen Euro teure Projekt mit einzusteigen.

Dass neben der Naturstrom-AG und dem Waldbauverein auch Willi Notte Teilhaber der Bedabik GmbH ist, liegt schlichtweg daran, dass die Heizanlage in seinem Gebäude liegt. Notte hat in der ehemaligen Fahrzeughalle seinen Schreinereibetrieb. „Ich wollte das Gebäude damals unbedingt haben, weil wir dort ausreichend Platz haben“, sagt Notte. Und zu diesem Gebäudekomplex habe eben auch die alte Ölzentralheizung der Amerikaner gehört.

Bereits zu US-Zeiten wurde darüber das komplette Areal mit Energie versorgt. An diese nicht ganz so nachhaltige Ära der Energieversorgung erinnert noch der gewaltige Öltank an der hinteren Giebelseite des Gebäudes.

Nach einer umfassenden Sanierung des Inneren wird dieser Tank nun für die im Heizsystem integrierte Ölheizung weiterhin genutzt.