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Kommentar: Bauern als Nothelfer

Kommentar zur Hilfe der Bauern im Hochwasser : Einfach so, ohne Antrag

Bodenverseucher, Brunnenvergifter, Tierquäler, Insektenkiller, Subventionsabgreifer – und bestimmt haben wir noch ein paar Vorwürfe vergessen: Das Bild, das viele von den Bauern haben, ist nicht das Beste.

Und ja: Bei den Landwirten ist es wie in vielen anderen Berufen, man findet immer welche, die es durch ihr Handeln bestätigen.

Und dann auch noch die verkorkste EU-Landwirtschaftspolitik, die verqueren Reformen, es ist doch so: Kaum ein Beitrag über die Bauernschaft kommt ohne die Probleme aus, die den Berufsstand in den vergangenen Jahren, Jahrzehnten, geprägt haben.

Das Bild ist, in dieser Undifferenziertheit, natürlich falsch. Die meisten Landwirte versuchen, alles richtig zu machen, das ist schon schwer genug. Immer wieder hört man sie sagen: Wir leben von der Natur, da ist es nicht unser Ziel, sie zu zerstören.

Und wer in den vergangenen Wochen in irgendeinem gefluteten Dorf, einem Flusstal unterwegs war (sofern er das überhaupt konnte, wenn er keinen Trecker hat), der sah: Bauern. Überall Bauern. Lauter Landwirte, die zusammen mit vielen anderen Helfern Stunde um Stunde draufhauten und ohne zu fackeln dorthin fuhren, wo Not herrschte.

Vielleicht erfüllt sich ja die Hoffnung der Ministerpräsidentin, die sie dieser Tage in der Eifel äußerte: dass wir alle einen anderen Blick auf die Bauern gewinnen angesichts dieser, wirklich einmal, schnellen und unbürokratischen Direkthilfe. Denn das sind die Bauern auch: Bürger, die für andere einstehen. Von jetzt auf gleich. Da muss man noch nicht einmal einen Antrag stellen. Das machen die einfach so. Und wollen nichts dafür. Das sollten wir ihnen nicht vergessen.

f.linden@volksfreund.de