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Kommentar zum Brandanschlag auf Polizei Bitburg

Kommentar zum Brandanschlag auf Polizei Bitburg : Brandanschlag wurde zu früh zum Politikum

Wer sich die Chronologie der Ermittlungen rund um den Brandanschlag auf die Bitburger Polizeiwache anschaut, wird sich über so manches wundern. Zum einen darüber, wie der Fall am Anfang heruntergespielt wurde.

Denn der erste Impuls der Strafverfolger war es ja, die Tat als eine Art missglückten Jugendstreich zu verkaufen.

Dann wurde der Fall plötzlich zur Chefsache bei der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz erklärt, aus der Sachbeschädigung ein Sabotageakt und den Verdächtigen mutmaßliche Staatsfeinde. Und nun geben die Ermittler kleinlaut zu, dass man das Verfahren eingestellt hat und die Beschuldigten nur noch wegen ein paar Schmiereien zu verfolgen gedenkt. 

Üblich ist all das nicht. Und wohl am ehesten damit zu erklären, dass der Fall früh eine politische Dimension bekam. Einerseits, weil die Ermittler Bezüge zur Antifa sahen. Und andererseits, weil einer der Beschuldigten zur Tatzeit Mitglied bei der SPD-Jugendorganisation, Jungsozialisten, war. Und AfD wie CDU diesen Umstand sogleich auszuschlachten versuchten, indem sie den Fall auf die Tagesordnung des Innenausschuss setzten. 

All das ist nicht mehr zu ändern, hat aber die Ermittlungen zumindest nicht erleichtert. Denn wer Spatzen zuerst mit Federbäuschen bewirft, um sie dann mit Kanonen zu beschießen, muss sich nicht wundern, wenn es nichts wird mit der Jagd.

Der Polizei Bitburger, die hier das Opfer war, wird all das nicht helfen. Die Beamten hätten sich sicherlich Klarheit darüber gewünscht, wer für den Angriff verantwortlich war. Der Ampelregierung, insbesondere den Sozialdemokraten, dürfte es aber ganz recht sein, dass die Sache nun, so kurz vor der Landtagswahl, eingestellt, und somit vom Tisch abgeräumt wurde.

c.altmayer@volksfreund.de