"Kommissare" tappen noch im Dunkeln

"Kommissare" tappen noch im Dunkeln

SCHÖNECKEN. Der Verkehrs- und Gewerbeverein Schönecken steht immer noch ohne Führung da. Bei der Jahreshauptversammlung im Mai entscheidet sich das Schicksal der Interessengemeinschaft endgültig.

An die Mitgliederversammlung 2004 erinnern sich Adelheid Karp und Rolf Müller gar nicht gerne. Damals musste Curt A. Mayer das Amt des Vorsitzenden aus beruflichen Gründen abgeben, doch ein Nachfolger war weit und breit nicht in Sicht. Dieser Zustand dauert bis heute an, nachdem sich Adelheid Karp seinerzeit breitschlagen ließ, den Vorsitz kommissarisch zu übernehmen. Und weil es damals auch keinen Nachfolger für den zurückgetretenen Geschäftsführer Edgar Bujara gab, übernahm Rolf Müller diesen Posten, ebenfalls kommissarisch, zusätzlich zu seinem Amt als Kassierer des Verkehrs- und Gewerbevereins Schönecken. Seitdem wirken die beiden "Kommissare" an der Spitze weiter und müssen in ein paar Wochen ihren kniffligsten Fall lösen - nämlich ihre eigenen Nachfolger finden. Sonst droht dem Verein das Aus. Doch Adelheid Karp und Rolf Müller möchten sich keinesfalls kampflos ergeben. Zurzeit organisieren sie mit ihren Vorstandskollegen die zweite Nimstalschau, die am 9. April als Gemeinschaftswerk mit Bleialf und Pronsfeld als Aktion "Eifel-Orte aktiv" starten soll. Von den insgesamt 115 Mitgliedern haben 55 eine Einladung erhalten, zehn Anmeldungen liegen inzwischen vor. Gleichzeitig basteln Müller, Karp & Co. an einem neuen Prospekt, damit auf diese Weise und per Internet Werbung für die Schönecker Beherbergungsbetriebe gemacht werden kann. Das Hauptproblem bleibt derweil die Nachbesetzung der Vorstandsspitze. "Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß", betont Adelheid Karp, verweist jedoch darauf, dass sie keine Geschäftsfrau, sondern Privatperson sei, die eigentlich nur für die Schönecker Ortsführungen sorgen wolle. Auch Rolf Müller, Prokurist bei der Raiffeisenbank, sieht sich nicht als geborene Führungskraft im Gewerbeverein und stellt deshalb klar: "Diese Konstellation kann nur bis zur nächsten Jahreshauptversammlung sein, dann muss was passieren." Das sieht auch seine Kollegin Adelheid Karp so: "Es ist an der Zeit, dass sich andere finden. Und zwar Leute, die Betriebe haben, vom Verein profitieren können und wissen, was gemacht werden muss." Für "Kommissarin" Karp ist deshalb unumstößlich klar: "Wenn sich wieder keiner meldet, dann hört alles auf, und das wäre schade." Möglichen Interessenten machen Müller und Karp unterdessen Mut: Die Arbeit mache nicht nur Spaß und nutze dem Ort, sondern sie sei auch durchaus zu bewältigen, wenn ein kompletter Vorstand an den jeweiligen Projekten mitwirke. Quasi mit dem letzten Aufgebot haben die Aktiven des 1971 gegründeten Vereins zuletzt den Weihnachtsmarkt und das Kapellenfest organisiert. Als letzte große Herausforderung sieht der jetzige Vorstand die Nimstalschau und den Einsatz für den Erhalt des Schönecker Schwimmbads. Die allmählichen Auflösungserscheinungen bemerkt man derweil bereits daran, dass der Verein in diesem Jahr nicht mit einem Wagen am Rosenmontagszug teilnimmt. Und darüber können die beiden "Kommissare" überhaupt nicht lachen.

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