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Kommission für Dorfwettbewerb besucht erste Orte

Dorfwettbewerb : Fit für die kommenden Jahre

Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ist in eine neue Runde gestartet.

Üppiger Blumenschmuck, auf Hochglanz gefegte Bürgersteige und freundlich lächelnde Kinder waren einst ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Jury des Dorfwettbewerbs durch den Ort zieht. Zwar putzen sich auch heute noch die Gemeinden ordentlich heraus, wenn die Kommission vorbeischaut, ein bisschen Frühjahrsputz reicht aber schon lange nicht mehr, um die aufmerksamen Fachleute zu bezirzen. Es geht nämlich um viel mehr als „nur“ um die Schönheit.

„Unser Dorf hat Zukunft“ lautet der offizielle Name des Wettbewerbs, und den nehmen die sechs Mitglieder des Gremiums sehr ernst. Seit gestern bereisen sie wieder den Eifelkreis Bitburg-Prüm (der TV berichtete). Zum Auftakt schaut man zuerst in Herforst vorbei, um dann mittags Wallersheim zu besuchen. Jeweils zweieinhalb Stunden haben die Gemeinden, um sich vorzustellen. Wie sich am ersten Tag wieder zeigte, kann die Herangehensweise dabei sehr unterschiedlich sein.

Herforsts Ortsbürgermeister Werner Pick setzt vor allem darauf, das Dorf für sich sprechen zu lassen. Nach einer kurzen Begrüßung geht es gleich zur Besichtigung, und die weiß zu überzeugen. Besonders die Raumgestaltung und der Umgang mit alter Bausubstanz begeistern. „Der Dorfplatz ist wirklich gelungen. Hier und da wird ja noch was verändert, aber man ist auf dem richtigen Weg“, sagt der Kommissionsvorsitzende Helmut Fink.

Bereits Mitte der 1980er Jahre nahm Herforst am Dorferneuerungsprogramm teil, 2014 wurde der knapp 1200 Einwohner zählende Ort zur Schwerpunktgemeinde ernannt. „Der erste Durchgang hat damals sichtbare Spuren hinterlassen, unter anderem wurde die mittlerweile sehr gut genutzte Anlage rund um unseren Weiher angelegt. Dass wir dann Schwerpunktgemeinde wurden, hilft jetzt enorm bei der Umsetzung weiterer Maßnahmen“, sagt Pick.

„Man sieht, dass hier schon viel passiert ist. Teils wurden alte Häuser sehr geschmackvoll modernisiert und in Stand gesetzt“, lobt Marie-Luise Niewodniczanska. Ihr hat es besonders der Herforster Friedhof angetan: „Eine wirklich wunderschöne Anlage mit herrlichem alten Baumbestand.“

Während man in Herforst gleich das Erscheinungsbild des Dorfes für sich sprechen lässt, wird die Jury in Wallersheim mit einer multimedialen Präsentation vom Ortsbürgermeister Josef Hoffmann begrüßt. „In Wallersheim blicken wir besonders stolz auf unsere sehr intakte Dorfgemeinschaft. Hier ist einiges los, und das generationenübergreifend“, sagt er. Bestes Beispiel und gleichermaßen Triebfeder sei der Verein Lebendiges Wallersheim.

„Er ist mittlerweile 200 Mitglieder stark. Für einen Ort mit knapp 800 Einwohnern ist das eine ziemliche Marke“, sagt Hoffmann. Ob Seniorenbus oder Mitmach-Werkstatt für Kinder, immer hat Lebendiges Wallersheim die Finger im Spiel. Stolz sei man aber auch auf die Elterninitiative, die sich der Erneuerung des Dorfplatzes verschrieben habe, sagt Hoffmann. „Er wird noch erweitert, um eine Spielfläche für Kleinkinder, um ein barrierefreies Karussell und mehr Verweilangebote für Erwachsene. Jeder soll hier seinen Lieblingsplatz finden“, sagt der Ortsbürgermeister.

 Der Dorfplatz Wallersheims ist zugleich Spielplatz und Wohnzimmer des Ortes.
Der Dorfplatz Wallersheims ist zugleich Spielplatz und Wohnzimmer des Ortes. Foto: Frank Auffenberg
 Der Verein Lebendiges Wallersheim stellt seine Mitmach-Werkstatt vor.
Der Verein Lebendiges Wallersheim stellt seine Mitmach-Werkstatt vor. Foto: Frank Auffenberg
 In Herforst wird die gelungene Grüngestaltung bemerkt und gelobt.
In Herforst wird die gelungene Grüngestaltung bemerkt und gelobt. Foto: Frank Auffenberg

Einig sind sich die Bürgermeister, dass es um deutlich mehr geht, als um eine hohe Platzierung beim Wettbewerb. „Der fachlich geschulte Blick von außen zählt. Vorzüge und Nachteile werden uns hier gut aufgeführt“, sagt Hoffmann. Dazu Pick: „Einen Ort wie unseren zukunftsfähig zu machen, ist eine Daueraufgabe. Ein nüchterner Blick hilft dabei sehr.“