Kommt die Milch aus dem Tetra-Pack?

Wie kommt die Milch in die Tüte? Und woher kommt überhaupt der Kakao? Immer weniger Kinder wissen über die Herkunft alltäglicher Lebensmittel wie der Milch Bescheid. Mit einem neuen Projekt will die Milch-Union Hocheifel (Muh) Kindern das Thema Landwirtschaft näherbringen.

 Ja, wo ist das Kälbchen? Nicht lassen konnten die Grundschulkinder von dem schwarzweißen Kalb, das die liebgemeinten Streichelattacken gelassen über sich ergehen ließ. TV-Foto: Christian Brunker

Ja, wo ist das Kälbchen? Nicht lassen konnten die Grundschulkinder von dem schwarzweißen Kalb, das die liebgemeinten Streichelattacken gelassen über sich ergehen ließ. TV-Foto: Christian Brunker

Winringen/Pronsfeld. Dicht gedrängt stehen die Kindergartenkinder um das schwarze Kälbchen. Alle wollen es einmal streicheln und erfahren, wie es sich anfühlt. "Irgendwie weich", sagt Fabian. Zusammen mit seinen Freunden und Gruppenleiterin Christa Maier erkundet er den Bauernhof der Familie Breuer in Winringen. Vom Raum, in dem die Kühe gemolken werden über den Tank, in dem die Milch gelagert wird, bis zum Stall, in dem die jüngen Kälbchen zu großen Milchkühen heranwachsen: Bereitwillig zeigt und erklärt Gudrun Breuer die Abläufe auf ihrem Hof - neugierig beobachtet von großen Kinderaugen. Denn das Innere eines Bauernhofs ist schon lange nicht mehr alltäglich für die Kinder. "Die Kinder wissen nichts von der Landwirtschaft", sagt Gudrun Breuer, "daher fehlt oft auch die Wertschätzung für ein Produkt wie die Milch."

Dem soll das neue Projekt "Lernen auf dem Bauernhof" der Milch-Union Hocheifel (Muh) abhelfen. Das Ziel ist es, Kinder und Jugendliche stärker für landwirtschaftliche Themen zu sensibilisieren und ihnen zu vermitteln, wie Nahrungsmittel in landwirtschaftlichen Betrieben erzeugt werden. In diesem Projekt bietet die Muh Kindergärten und Schulen an, einen ihrer Mitgliedsbetriebe zu besuchen und dort vor Ort zu erleben, wie die Nahrungsmittel entstehen. 45 Landwirte haben sich für das Projekt gemeldet und wurden entsprechend geschult, damit sie den Kindern die Arbeit auf ihrem Bauernhof auch ansprechend und altersgerecht vermitteln können. "Wir stoßen mit dem Projekt auf ein sehr großes Interesse", sagt Rainer Sievers, Geschäftsführer der Muh. "Es ist wichtig, den Kindern ein Gefühl dafür zu vermitteln, wo die Milch herkommt und dass sie ihren Ursprung in der Natur hat. Schließlich sind das die Verbraucher von Morgen." Ob allerdings der Vorschlag von Gruppenleiterin Christa Maier auf großen Widerhall stößt, kann trotz aller Begeisterung bei den Kindern bezweifelt werden: "Dann sagt ihr demnächst zuhause, dass ihr statt Nutella lieber Frischkäse oder Quark auf dem Brötchen haben wollt."

Informationen zu dem Projekt im Internet unter www.lernen-auf-dem-bauernhof.de oder bei der Milch-Union Hocheifel bei Vera Scheuch, Telefon 06556/79-292.