Kommunal-Ehe, die hält

WISSMANNSDORF. Großer Bahnhof im Bürgerhaus Wißmannsdorf: Gefeiert wurde der Zusammenschluss der Ortsgemeinden Wißmannsdorf und Hermesdorf vor 25 Jahren. Gewürdigt wurde das Lebenswerk von Rudolf Leisen, der nach 30-jähriger Amtszeit als Ortsbürgermeister seinen "Ausstand" gab.

Silberne Hochzeit für Wißmannsdorf und Hermesdorf: 1979 - vor 25 Jahren - schlossen sich die beiden Ortsgemeinden nach den Kommunalwahlen im Juli zusammen. Die Ortsgemeinde Brecht, die selbstständig bleiben wollte, hatte ihren Ortsteil Koosbüsch an die neue Kommune abgetreten. Die bereits seit einem Vierteljahrhundert bestehende Vereinigung funktioniert gut. Maßgeblichen Anteil an ihrem Zustandekommen hatte Rudolf Leisen - damals schon und heute noch Ortsbürgermeister von Wißmannsdorf. Nun will Leisen es demnächst etwas ruhiger angehen lassen, "30 Jahre sind genug". In seiner "Ausstandsansprache" ließ der scheidende Ortsbürgermeister die Vereinigungsgeschichte noch einmal Revue passieren. "Ziel war es, aus den beiden Dörfern eine harmonische Einheit zu bilden. Ich glaube, das ist geglückt", sagte Leisen. Die Liste dessen, was sich seit dem Zusammenschluss in allen drei Ortsteilen getan hat, ist lang. Rudolf Leisen nannte wichtige Projekte: Ausweisung von Neubaugebieten mit bisher 50 neuen Häusern, Anstieg der Einwohnerzahl von etwa 700 auf 870, Kanalbau, Erneuerung der Wasserleitungen, Straßenbau, Bau von Sportplatzgebäuden, Feuerwehrgerätehäusern und vieles mehr. Größte Projekte waren die Westeifelwerke und die moderne 18-Loch-Golfanlage mit Clubhaus. Auch die Finanzen stimmen. Das Jahr 2003 schloss mit einem ausgeglichenen Haushalt. "Sie, verehrter Herr Leisen, haben ihr Amt als Ortsbürgermeister am 25.4.1974 angetreten und das langwierige Verfahren des Zusammenschlusses der Gemeinden von Beginn an aktiv begleitet und vorangetrieben", sagte Bürgermeister Jürgen Backes in seiner Laudatio. Nun sei klar ersichtlich, dass damals der richtige Weg eingeschlagen wurde. Die Bürger der drei Ortsbezirke hätten sich einerseits gewisse Eigenständigkeiten bewahrt, andererseits seien in 25 Jahren viele Gemeinsamkeiten entstanden. Backes bedauerte Rudolf Leisens Entschluss, für eine weitere Wahlperiode nicht mehr zu kandidieren. "Aber wir haben das zu akzeptieren, auch wenn es - aus meiner Sicht - keine objektiven Gründe gibt, wonach Ihre Entscheidung die einzig richtige ist." Honoriert wurde auch die Tätigkeit von Erwin Schabo, Edmund Nosbüsch, Johann Winter und Willi Neuhaus. Als langjährige und für die positive Entwicklung mit verantwortliche Ratsmitglieder erhielten sie Ehrenurkunden des Gemeinde- und Städtebundes. Als einen Meilenstein in der Ortsgeschichte bezeichnete der erste Kreisbeigeordnete Hans Tölkes den Zusammenschluss vor 25 Jahren. Auch wenn der Stabwechsel in Wißmannsdorf durch Leisens Verzicht auf eine erneute Kandidatur herbeigeführt wurde, so sei er doch mit Wehmut verbunden. Ex-Bürgermeister Willy Heyen unterstrich seinen Dank und seine Hochachtung für Rudolf Leisens Leistung mit einem Faust-Zitat: "Oft, wenn es erst durch Jahre durchgedrungen, erscheint es in vollendeter Gestalt. Was glänzt, ist für den Augenblick geboren, das Echte bleibt der Nachwelt unverloren."