Kommunalpolitik

Zum Rücktritt von Landrat Heinz Onnertz schreibt diese Leserin:

Dass man im politischen Geschäft Niederlagen einstecken muss, wusste auch Heinz Onnertz, als er sich seinerzeit zum Landrat bewarb. Dass sich aber Koalitionen gegen ihn formieren, die nicht mehr seine Arbeit, sondern die Demontage seiner Person im Auge haben, darauf konnte er sich nicht einstellen. Opposition und Kontrolle sind wichtige Instrumente eines demokratischen Gemeinwesens. Aber sie sollten den Grundsätzen einer fairen Streitkultur folgen. Anonyme Anschuldigungen gehören dabei zum absoluten "no go". Die Politikverdrossenheit vieler Mitbürger wird durch persönliche Angriffe auf beliebte Politiker weiter verstärkt. Welcher vernünftige Mensch wird unter den gegebenen Umständen noch bereit sein, für ein politisches Amt zu kandidieren? Und - wenn ein gebeutelter Amtsträger zugibt, dass ihn die Angriffe auf seine Person traurig und krank machen, wirft man ihm auch das noch vor. Sollte es ihn kalt lassen? Wir hätten einen Menschen ohne Emotionen vor uns. Wollen wir das? Wer sollte in Zukunft politische Ämter bekleiden? Die Eiskalten, die nichts mehr empfinden? Die, die sich Meinungen kaufen können? Weitere Fragen drängen sich auf: Macht das Votum der Bürger überhaupt noch Sinn? Wird es in Zukunft im Kreis Vulkaneifel nur noch Landräte von Leppers/BUVs Gnaden geben? Wirkt das C im Namen von Parteien noch inhaltlich verbindlich? Wer treibt seine Machtspielchen auf wessen Rücken? Wer instrumentalisiert hier wen? Beobachten wir also die Szene sehr aufmerksam! Fordern wir von unseren Volksvertretern neben Klugheit und Weitblick (auch über die Legislaturperiode hinaus) und Anstand im Umgang mit dem politischen Gegner. Merken wir uns alles sehr genau, damit wir unser Kreuzchen zu gegebener Zeit an der richtigen Stelle machen. Hilde Klaeren, Dreis-Brück