Kommunen: 1,7 Millionen Euro für die Wasserversorgung in der Verbandsgemeinde Oberen Kyll

Kommunen : Damit die Leitung sauber bleibt

Trinkwasser: Das Land fördert die Obere Kyll mit 1,7 Millionen Euro.

Sehr lange wird die Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll wohl keinen Bestand mehr haben — voraussichtlich wird sie 2019 in der neuen, fusionierten VG Gerolstein aufgehen. Doch egal, was die Kommunalreform den 14 Orten auch bringen mag, eins steht fest: Die Zukunft der Wassersorgung dürfte langfristig gesichert sein.

Kurz bevor die zum Jahreswechsel scheidende VG-Bürgermeisterin Diane Schmitz den Resturlaub antrat, bekam sie noch einmal Besuch aus dem Umweltministerium in Mainz: Ministerin Ulrike Höfken (Bündnis 90/Die Grünen) brachte einen Förderbescheid in Höhe von 1,7 Millionen Euro in Jünkerath vorbei.

„400 000 Euro sind ein direkter Zuschuss für den Bau eines neuen Wasserhochbehälters, 1,3 Millionen Euro sind ein zinsloses Darlehen für die Umsetzung des Projekts“, sagte Diane Schmitz. Seit längerer Zeit habe man bei den Verbandsgemeindewerken bereits vor, den Wasserhochbehälter in Schüller durch einen Neubau zu ersetzen, sagte Diane Schmitz. Ebenso sei der Aufbau von Verbindungsleitungen von Lissendorf nach Schüller sowie vom Pumpwerk Birgel zum Speicher nach Lissendorf geplant.

„So schaffen Sie einen Ringverbund und erhöhen die Versorgungssicherheit für die kommenden Jahre deutlich“, sagte Landesumweltministerin Ulrike Höfken bei ihrem Besuch. Eine gesicherte und zukunftsfähige Wasserversorgung lasse sich nur erreichen, wenn die Aufgabe dauerhaft und nachhaltig wahrgenommen werde.

„Hierzu gehören leistungsfähige Anlagen, die dem Stand der Technik entsprechen, aber auch der Betrieb der Einrichtungen durch kompetentes und engagiertes Personal“, sagte Ulrike Höfken.

Die Ministerin ermunterte die Verantwortlichen, das Thema Energieeffizienz der Wasserversorgung noch stärker in den Fokus zu nehmen. Sei es durch energieeffiziente Pumpen, durch den energetisch optimierten Betrieb der Hochbehälter oder durch Energierückgewinnung beim Druckabbau.

„Mit unseren angepassten Förderrichtlinien schaffen wir hier finanzielle Anreize, beispielsweise um eine Energieeffizienzanalyse durchzuführen. Die Wasserversorgung kann einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz leisten“, sagte die Ministerin.

Zukunftsorientiert sei man übrigens auch bei der Planung des Ringsystems vorgegangen, merkte Diane Schmitz an. „Der neue größere Hochbehälter bei Schüller wird die umliegenden Orte mit Frischwasser versorgen, sollte es aber irgendwann mal zu einem längerfristigen Engpass kommen und wir uns umorientieren müssen, kann das System sowohl an die Anlagen der Kommunalen Netze Eifel als auch die der direkten Nachbarn in Gerolstein oder Hillesheim angebunden werden“, sagt Diane Schmitz.

Dass der Förderbescheid übrigens jetzt erst übergeben wurde, sei wohl auf das Hin und Her der Fusionsverhandlungen zurückzuführen. „Niemand wusste ja genau, was kommen wird. So wurde erst einmal ein bisschen abgewartet. Zumindest geht es nun in Sachen Wasserversorgung wieder voran.“

Voraussichtlich im kommenden Jahr könne man nun mit der Modernisierung des Systems beginnen.