Konstantin verbindet

HIMMEROD. (red) "Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus", heißt ein Sprichwort. Das gilt auch für den EU-Beitritt Bulgariens im kommenden Jahr, die große Konstantin Ausstellung in Trier und die Zugehörigkeit der Region zur nächstjährigen Kulturhauptstadt Europas "Luxemburg und seine Großregion".

Das waren genug Gründe, um im Sommer anlässlich des Besuches von Abt Bruno aus Himmerod beim Erzbischof Galaktion in Stara Zagora (Metropolie Süd-Ost-Bulgarien) über Projekte nachzudenken, die das beachtliche gemeinsame Erbe beider "Diözesen", sowohl historisch und kulturell als auch theologisch-religös, ins Bewusstsein zu rücken. Der Wunsch und die Notwendigkeit einer Annäherung der orthodoxen Kirchen und der Westkirche führte zur Planung einer Ausstellung im Museum "Alte Mühle" in Himmerod vom 5. Mai bis 3. Juni 2007 mit liturgischen Gegenständen, Ikonen, Manuskripten und künstlerischen Exponaten, vor allem aus der Email-Kunst. Begleitend zur Ausstellung werden Konzerte und Seminare mit bedeutenden theologischen Fragestellungen zu Liturgie, mittelalterlicher byzantinischer Mystik, großen Heiligen der Ostkirche wie Konstantin und Helena und über die Bedeutung und das Verständnis "Sophias" in der Ost- und in der Westkirche angeboten. Jetzt erwiderte Erzbischof Galaktion den Besuch von Abt Bruno in Himmerod. In der Trierer Konstanin-Basilika erfuhr er überrascht, wie sehr die Geschichte dieser Region mit der Bulgariens durch Konstantin verbunden ist, denn Konstantin hatte in den späteren Jahren unter anderem seinen Regierungssitz für einige Zeit nach Serdica, das heutige "Sofia", die Hauptstadt Bulgariens, verlegt. Großartige römische Kultur ist heute noch im ganzen Lande auffindbar. Im Namen von Bischof Reinhard Marx und des Generalkapitels wurde der Erzbischof von Dompropst Werner Rössel willkommen geheißen, der ihm auch die kostbarsten Reliquien der Hohen Domkirche zeigte: das Kopfreliquiar der heiligen Helena und die Heilig-Rock-Kapelle. Auch das Bemühen des Trierer Domkapitels, durch die Einrichtung einer Athanasius-Kapelle mit Ikonostase (eine mit Ikonen geschmückte Wand mit drei Türen) unter der Heilig-Rock-Kapelle den orthodoxen Christen die Möglichkeit zur Feier der göttlichen Liturgie im byzantinischen Ritus anzubieten, hat den bulgarischen Erzbischof tief bewegt. Der Wille, in eine gemeinsame Zukunft zu gehen, war in allen Begegnungen ganz stark spürbar.