Konzepte wurden nicht hinreichend verglichen

Die Entscheidung beruht offenbar auf der Vorlage, dass der Radweg im Falle eines Erhalts der Bahnstrecke über 3 Millionen Euro koste. Die Abstimmung ist unter diesen Umständen nur eine Formsache, da die Zahlengrundlage eine eindeutige Sprache spricht.

Es hängt also alles davon ab, ob diese Kostenkalkulation stimmig ist. Im konkreten Fall ist es nach Angaben des TV nur eine "Schätzung des Bauamts", welche diese so wichtige Frage entscheidet. Es bleibt völlig unklar, ob nicht unter anderer Trassenführung ein erheblich kostengünstigeres Modell möglich wäre. Es wird der Nutzen offenbar durch kein Gutachten analysiert. Es bleibt völlig unreflektiert, ob der Radweg überhaupt ökonomisch darstellbar ist, wenn er auch bei einer Zerstörung der Westeifelbahn "nebenbei" 1,7 Millionen Euro kostet. Dies entspricht selbst bei einer Förderung von 60 Prozent durch das Land noch fast 600 000 Euro, welche die kommunalen Haushaltskassen ausgeben. Dazu kommen Zinsen, Instandhaltung und Verkehrssicherungspflicht. Es wurden nicht die Vor- und Nachteile der Nutzungskonzepte verglichen und auf dieser Grundlage entschieden, sondern die Entscheidung nur in Abhängigkeit davon getroffen, wie teuer der Radweg wäre.Jedes Nutzungskonzept hatte und hat seine Vor- und Nachteile, aber die Art und Weise der Entscheidung des Verbandsgemeinderats Prüm ist für mich der Tragweite der Entscheidung unwürdig und hätte so auch schon vor zwei Jahren getroffen werden können. Andreas Kurth, Schleiden (Anm. d. Red: Der Schreiber ist Vorsitzender der Interessengemeinschaft Westeifelbahn der Arge Eifel - Nebenbahnen)