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Koosbüscher haben keine Lust auf Wildpinkler

Gesellschaft : Wenn die Vatertagssause ausartet: Keine Lust auf Wildpinkler in Koosbüsch

Die Feuerwehr organisiert an Vatertag ein großes Fest. Doch nicht alle Feierlustigen benehmen sich anständig. Anwohner beklagen sich über respektloses Auftreten. Der Veranstalter hat diesmal verstärkt Vorkehrungen getroffen.

Vatertag steht vor der Tür. Während Mami am Muttertag von ihren Kindern den Frühstückstisch gedeckt bekommt, feiern Männer gerne in geselliger Runde. In Koosbüsch organisiert die Freiwillige Feuerwehr seit vielen Jahren an diesem Tag ein großes Fest mit Musik und Dj’s. Im vergangenen Jahr waren rund 800 Besucher da. Denn längst haben auch Nichtväter das Feierpotential dieses Tages entdeckt. Doch nicht alle benehmen sich korrekt.

„Früher war das superschön“, erinnert sich Magdalena Closson. „Der Musikverein hat gespielt, es wurden Spiele gemacht und nachmittags gab‘s Kaffee und Kuchen.“ Doch die Zeiten haben sich geändert und die Besucher auch. Mittlerweile ist die Feier in Koosbüsch Anziehungspunkt für viele junge Feierlustige.

„In den vergangenen zehn Jahren ist das Fest sehr ausgeartet“, sagt Magdalene Cloosen. Zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern, acht und zwölf Jahre alt, wohnt sie in einem Haus unmittelbar neben dem Festzelt. Mehrfach hätten sie miterleben müssen, wie Leute in ihrem Garten ihre Notdurft verrichteten, sich übergaben oder Dinge beschädigten. Einmal sei sogar eine Rauchbombe auf ihr Grundstück geflogen. „Die sind einfach respektlos uns gegenüber“, sagt sie.

Ihre Mutter, die ebenfalls in der Nachbarschaft wohnt, berichtet Ähnliches: „Meine Hecke ist ein Pinkellager, der Bürgersteig am nächsten Tag eine einzige Urinpfütze“, sagt Agnes Müller. Dass es bei der Party laut zugeht, können die Familien akzeptieren. Einen Tag im Jahr würden sie das aushalten. Aber das Benehmen mancher Besucher wollen sie nicht länger hinnehmen. „Es geht uns um Respekt, Achtsamkeit und wie wir miteinander umgehen“, sagt Agnes Müller.

Im vergangenen Jahr hätten die Veranstalter wegen der Hitze die Zeltplane an einer Seite aufgeschoben. Da seien die Leute noch häufiger auf ihr Grundstück gelaufen. „Das ist für uns schlimm, wenn Betrunkene auf unserer Wiese rumlaufen. Wir wollen das Fest nicht verbieten, wir möchten nur Verbesserungen, damit wir uns sicher fühlen“, sagt Magdalene Closson.

Und die werde es geben, verspricht Manfred Horn, Wehrführer von Koosbüsch und Mitorganisator des Festes. Zwei Feuerwehrmänner seien bereits in der Nachbarschaft unterwegs gewesen und hätten mit den Anwohnern gesprochen, erzählt er. In diesem Jahr soll das Zelt auf der Seite zum Grundstück der Familie Closson statt einer Zeltplane eine feste Wand haben. Außerdem will die Feuerwehr das Gelände mit Bauzäunen absperren. Zusätzlich soll das Security-Team verstärkt werden. Die Zahl der Aufpasser werde von sechs auf acht aufgestockt, verspricht Horn, der wieder mit 800 Besuchern rechnet.

Toiletten gebe es übrigens ausreichend. Es wurde ein Toilettenwagen bestellt, im Feuerwehrgerätehaus gibt es welche, und für die Männer sind zusätzlich noch Urinale in ausreichender Anzahl vorhanden. Als weitere Maßnahme soll das Gelände besser ausgeleuchtet werden. „Das hält auch einige davon ab, sich danebenzubenehmen“, hofft Horn, der alle Maßnahmen auch mit der Verbandsgemeindeverwaltung abgesprochen hat.

Jugendliche unter 16 Jahren, die nicht in Begleitung eines Erwachsenen sind, werden nicht ins Zelt gelassen. Außerdem gibt es für 16-Jährige und 18-Jährige Bändchen in unterschiedlichen Farben, um die Alkoholabgabe regulieren zu können.

Das Fest beginnt ab 11 Uhr. Musikalisch unterhalten werden die Besucher von der einheimischen Band „Crazy Hill“ und zwei DJ’s.