Koryphäen am See

BITBURG/PRÜM. Politiker, hohe Richter, renommierte Wissenschaftler – die "Bitburger Gespräche" sind seit mittlerweile 35 Jahren eine deutschlandweit angesehene rechtspolitische Veranstaltung. Der Kreisausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, Mitglied im Förderverein zu werden.

Wenn die Gesellschaft für Rechtspolitik einlädt, dann kommt die Prominenz in die Eifel. Genauer gesagt, nach Biersdorf am See zu den "Bitburger Gesprächen". Egal ob aus Politik, Wirtschaft oder aus dem Medienbereich. In den vergangenen Jahren waren beispielsweise Altbundespräsident Roman Herzog und der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf da. Vom Justizminister ins Leben gerufen

Ins Leben gerufen wurde diese rechtspolitische Tagung 1972 von Otto Theisen, dem früheren rheinland-pfälzischen Justizminister. Nach dessen Tod ist Berthold Theisen in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Veranstalter der "Bitburger Gespräche" ist die Gesellschaft für Rechtspolitik. Sie kooperiert mit dem Institut für Rechtspolitik an der Universität Trier. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm war zwar bislang immer stolz darauf, Austragungsort dieser deutschlandweit hoch angesehenen Tagung zu sein. Mitglied im Förderverein "Rechtspolitik - Bitburger Gespräche" war der Kreis jedoch nicht. Das wird sich nun ändern. In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Kreisausschuss mit zwei Enthaltungen dafür entschieden, dem Verein beizutreten. Gute Werbung für die Eifel

Warum plötzlich nach 35 Jahren? Die Satzung des Fördervereins habe sich geändert. "Bisher war nur ich als Privatperson dort Mitglied. Doch da gehört keine Privatperson rein, sondern der Kreis", erklärt Landrat Roger Graef die Hintergründe. Mit jährlich 200 Euro wird der Förderverein künftig vom Eifelkreis unterstützt. "Außerdem sind die ,Bitburger Gespräche' auch ein wichtiger Werbeträger für unseren Eifelkreis", betonte Graef. Bei den behandelten Themen habe sich auch des öfteren ein Bezug zur Region herstellen lassen. Beispielsweise vor zwei Jahren, als die Föderalismusreform diskutiert worden war. Dieses Argument hielten einige Ausschuss-Mitglieder für etwas weit hergeholt. Dennoch wurde dem Antrag zugestimmt.