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Kostbare Stämme, klasse Erträge: Waldbauern sehr zufrieden

Kostbare Stämme, klasse Erträge: Waldbauern sehr zufrieden

Die landesweite Versteigerung hochwertiger Holzstämme (TV vom 11. November) ist abgeschlossen, die Zuschläge sind erteilt, die Rechnungen in Arbeit, Waldbauern und Betreuer des Forstamts sehr zufrieden.

Wertholz-Versteigerung in Esch bei Wittlich: Erneut haben dabei die Waldbauern aus dem Prümer Land richtig gut abgeschnitten. "Das letzte Jahr lief schon gut, das Ergebnis 2016 konnte gegenüber dem Vorjahr aber noch einmal deutlich gesteigert werden", sagt Peter Wind, Leiter des Forstamts Prüm. "Wir sind mehr als zufrieden." Seien im vorigen Jahr noch 76 Eichen aus Privatwald zum Wertholzplatz nach Esch gebracht worden (der TV berichtete), waren es dieses Jahr sogar 109 Einzelstämme.

Viel Arbeit für Maria Pilzecker, Mitarbeiterin der Prümer Wald und Holz GmbH (PWH), die für den Waldbauernverein die Ernte vermarktet. Alles musste koordiniert werden, der Transport nach Esch war zu organisieren und die Daten für die Versteigerungsunterlagen waren zu liefern. Ergebnis der Mühen: "Wir haben einen Durchschnittserlös von 313 Euro pro Kubikmeter, letztes Jahr waren es noch 256 Euro", sagt die Verkäuferin der PWH. Die Kosten für Aufarbeitung, Transport und Platzmiete werden noch abgezogen, trotzdem bleibe für jeden ein feines Sümmchen übrig.

Auch der Staatswald und die Gemeinde Wallersheim haben sich mit Stämmen beteiligt. Peter Wind: "Bedenkt man, dass viele der alten Eichenstämme kriegsbedingt noch Splitterschäden aufweisen, ist die gemeinsame Versteigerung mit Landesforsten fast die einzige Möglichkeit, gute Preise zu erzielen." Es sei richtig gewesen, die privaten Waldbesitzer anzuregen, sich im Wald nach hochwertigem Eichenholz umzusehen, sagt Wind. Die Menge, die dabei zusammenkam und der Preis "geben uns im Nachhinein Recht".

Die Zusammenarbeit zwischen den Privatwaldförstern und den Waldbesitzern habe funktioniert, auch wenn das extrem nasse Wetter Probleme bereitet habe. "Wir sind auf den letzten Drücker mit dem Einschlag und dem Rücken der Stämme fertig geworden", sagt Wind. Die wenigen Tage Frost im Januar kamen da noch gerade passend.
Einen Seitenhieb in Richtung Bundeskartellamt, das die Kooperation zwischen Forst und Privatwaldbesitzern torpedieren will, kann er sich dann doch nicht verkneifen: "Ohne Gemeinschaftsforstämter wird es solche gemeinsamen Aktionen zukünftig nicht mehr geben."

Bei der Versteigerung haben 19 beteiligte Landes-Forstämter knapp 1700 Kubikmeter Wertholz aus allen Waldbesitzarten angeboten. 33 Firmen haben Gebote abgegeben.