Kräftige Krone - gesunde Wurzel

Ein privates Forstsachverständigenbüro bearbeitete für die Gemeinden Birgel, Esch, Gönnersdorf, Ormont, Hallschlag und Scheid die zehnjährige Forsteinrichtung. 150 000 Festmeter Holz wachsen und jährlich kommen 8500 hinzu.

 Der Holzerlös aus kräftigen und gesunden Buchen füllt die Gemeindekasse. TV-Foto: Josef Schmitz

Der Holzerlös aus kräftigen und gesunden Buchen füllt die Gemeindekasse. TV-Foto: Josef Schmitz

Ormont. Wald und Wild sind untrennbar miteinander verknüpft, aber in den Gemeinden Ormont, Hallschlag, Scheid und in der gesamten Region führen übermäßig hohe Wildbestände zu hohen Verbiss- und Schälschäden, stellte der Forsteinrichter Klaus Remmy bei der Abschlussveranstaltung im Ormonter Bürgerhaus fest. Der Planer appellierte an die anwesenden kommunalen Waldbesitzer: "Den überhöhten Wildbeständen müsst ihr entgegenwirken, zumal die gezahlte Jagdpacht die gemeindlichen Holzeinnahmen schmälert."

Fast 40 Bürger waren bei der mittelfristigen Forstbetriebsplanung anwesend, die für jeden rheinland-pfälzischen Forstbetrieb im zehnjährigen Rhythmus erstellt wird. In Abstimmung zwischen den jeweiligen Gemeinden als Waldbesitzer, dem Forstamtsleiter Wolfgang Witzel, Gerolstein, und Revierleiter Wolfgang Klein ist diese Forsteinrichtung ein klassisches Planungsinstrument, um auf dieser Basis den Betrieb strategisch auszurichten.

Die Kommunen aus der VG Obere Kyll und der VG Prüm beauftragten bewusst ein privates Forstsachverständigenbüro, um Sachverstand außerhalb der üblichen Forstbehördenstruktur einzubinden. In Ormont, Hallschlag und Scheid wachsen derzeit fast 150 000 Festmeter Holz, 8500 Festmeter kommen jährlich hinzu, von denen nach der Planung 6500 Festmeter genutzt werden können. "Der wertvolle Rohstoff Holz steht beständig zur Verfügung und gleichzeitig können wir nach den Windwürfen entstandene Lücken wieder anpflanzen", argumentierte Remmy. Auf Stabilität setzt der Forstfachmann, also kräftig mit Harvester durchforsten, damit sich starke Baumarten bilden. "Wir können Holz ernten, wann wir wollen und nicht bei Kalamität", so der Einrichter. Ein Kernbestand von qualifizierten Waldarbeitern für die Jungbestandspflege ist erforderlich.

In allen 14 Jagdbezirken legten die Schälschäden seit 2004 deutlich zu. Der Verkaufserlös mindert sich um die Hälfte. Ortsbürgermeister Cornelius Dahm (Ormont) äußerte sich empört: "Durch die Schäden dezimiert sich das Gemeindevermögen und bei der Festsetzung der Abschusspläne lässt uns die Untere Jagdbehörde im Regen stehen, da passiert nichts".

Durch vernünftige Umweltpolitik (Einbau von Rauchgas-Entschwefelungs-Anlagen konnte ab 1984 bis heute die Säuredeposition herausgefiltert werden. Damit sind die Waldschäden rückläufig. Bei einem pH-Wert von 5,0 fällt ein fast natürlicher Regen auf die Baumkronen. Der Stickstoffeintrag verbleibt recht hoch. An der Messstation Schneifel werden 1000 Milimeter Niederschlag pro Jahr gemessen, und bei einer Temperatur von 7,1 Grad fühlt sich die Buche wohl.

Sie verträgt eine Klimaveränderung um weitere 1,8 Grad Erhöhung, aber das Fichtenwachstum scheidet bei einer Temperaturdifferenz von 2,5 Grad zwischen Ormont und der Mosel aus. Deshalb bilden zukünftig die Baumarten Buche, Fichte, Traubeneiche und Douglasie eine gute Mixtur.

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