Kräuter und Blumen im Fokus

Kräuter und Blumen im Fokus

Von dem Prümer Ehepaar Kriemhild und Aloys Finken stammt der Fotoband "Vom Zauber alter Bauerngärten", der im Jan Thorbecke-Verlag erschienen ist. Neben sehenswerten Fotos gibt es Tipps zum Anlegen eines Bauerngartens. Der TV sprach mit dem Ehepaar über das Entstehen des Buchs.

Prüm. Kriemhild Finken aus Prüm hat eine besondere Gabe: den "Blick". Der entscheidet darüber, ob ein Foto miserabel, ganz nett oder wirklich gut wird. Und wer das neue Buch "Vom Zauber alter Bauerngärten" von Kriemhild Finken in die Hand nimmt, sieht, dass sie die Gabe hat, besondere Atmosphären auf Fotos einzufangen. Die pensionierte Realschullehrerin hat Germanistik, Geschichte und Archäologie studiert. Fotografiert hat sie schon immer gerne. "Menschen, Landschaft, einfach alles", sagt die quirlige Prümerin. Ihre Fotos wurden in verschiedenen Verlagen gedruckt. Ihr Sohn, Grafik-Designer in Stuttgart, ermunterte seine Mutter schließlich dazu, ein eigenes Buch über Bauerngärten zu machen, schließlich könne sie ja auch schreiben. Zusammen mit ihrem Mann Aloys, ehemals Lehrer am Regino-Gymnasium, machte sie sich auf die Suche nach schönen Gärten. "Ich habe da so einen Riecher", sagt sie über sich. Sichere Quellen waren die älteren Frauen in den Dörfern. "Ich spreche mit den Leuten, frage den Briefträger, ob er schöne Gärten kennt. Da bin ich recht kommunikativ", sagt die 69-Jährige. Hat sie einen schönen Garten entdeckt, geht alles ganz schnell: Stimmt die Beleuchtung, stimmt das Thema, stimmt die Komposition? Wenn alle Fragen mit "Ja" beantwortet werden können, hat Kriemhild Finken das Bild meist schon im Kasten. "Das geht alles ruck zuck", sagt sie. Ihre Kamera hat sie immer dabei. Zahlreiche Fotos ihres Buchs entstanden in Eifeler Gärten, aber auch in Nord- und Süddeutschland. Ein Jahr lang war sie auf Motivsuche. In einem typischen Bauerngarten sind die einzelnen Beete durch Buchs-hecken abgetrennt und in einer Kreuzanlage angelegt. Kräuter, Blumen und Gemüse sind in Mischform gepflanzt, da sie sich zum Teil gegenseitig schützen. So wirkt zum Beispiel Knoblauch gegen Tiere im Boden. Während sie beim Fotografieren auf moderne Technik setzt, schreibt sie ihre Texte in einen Notizblock. Aus der "Zettelwirtschaft" tippt ihr Mann später den Text in den Computer. "Ich bin doch nur der Fahrer", winkt er ab. Natürlich ist das eine ziemliche Untertreibung. Auch wenn er bei den Büchern seiner Frau "nur" eine untergeordnete Rolle spielt, sollte man Aloys Finken nicht unterschätzen. Zurzzeit sitzt er an der Übersetzung der Handschrift von Servatius Otler, einem Prümer Mönch, der 1623 die Prümer Klostergeschichte niedergeschrieben hat. Das Buch wird im Herbst vorgestellt. In der Zwischenzeit ist er wieder mit seiner Frau unterwegs. Thema: alte Gärten. Und außerdem haben sie noch ihren eigenen Garten hinter ihrem Haus in Prüm.EXTRA

: Bauerngärten - allein das Wort weckt Sehnsucht nach dem guten Alten, nach der Zeit, in der jedes Bauernhäuschen einen bunten Garten vor der Tür hatte. Allerlei Blumen, duftende Heil- und Küchenkräuter und selbstgezogenes Gemüse reihen sich hier nebeneinander in üppiger Fülle. Salatköpfe und Tomaten stehen neben Sonnenblumen, Rosenstöcken und wildem Mohn, während über allem der Duft heimischer Kräuter wie Minze und Kamille liegt. Kriemhild Finken beschäftigt sich mit der Kultur dieser liebenswerten Gartenform und gibt anhand zahlreicher Pflanzenporträts Tipps zum Anlegen und Pflegen eines Bauerngartens. Schöne Fotos und nostalgische Abbildungen erzählen vom neuen Zauber der alten Gärten. Finken, Kriemhild und Aloys, "Vom Zauber alter Bauerngärten", 136 Seiten, 22,90 Euro.