Kranke Forellen in den Flüssen

Kranke Forellen in den Flüssen

NEUENDORF. (fpl) Die vorige Woche in Reutherbach und Prüm gefangenen und untersuchten Fische weisen laut Kreisverwaltung und Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord eine "deutlich zu hohe" Konzentration des Insektengifts Dimethoat auf.

Bei den Forellen wurden 0,34 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht festgestellt. Am Stausee Südeifel bei Bitburg waren es immer noch 0,16 Milligramm, wie das Landesuntersuchungsamt dem Veterinäramt der Kreisverwaltung mitteilte. Zwei Wochen liegt der Gefahrenstoff-Unfall auf der B 51 bei Neuendorf zurück. Rund zehn Tonnen des BASF-Insektengifts "Perfekthion" mit dem Wirkstoff Dimethoat gelangten in die Umwelt. Das Gift ist inzwischen auch in Sauer und Mosel nachgewiesen. Die Behörden erneuern daher ihre dringende Warnung, derzeit auf keinen Fall Fische aus der Prüm zu verzehren. Obwohl "eine akute Gefährdung für Menschen nicht gegeben" sei, will man Langzeitwirkungen nicht ausschließen. Da zudem nicht bekannt ist, in welchem Zeitraum sich das Dimethoat bei den Forellen wieder abbaut, wird die untere Fischereibehörde bei der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm nach Ostern erneut eine repräsentative Untersuchung der Tiere in der Prüm vornehmen. Man erwartet dann nähere Erkenntnisse darüber, ob sich die Belastung vermindert hat. Die Behörden empfehlen weiterhin vorbeugend, auf den Verzehr von Fischen zu verzichten. Die Warnung gilt auch für den unteren Sauerbereich und die Mosel - von der Sauer-Mündung bis zu den Staustufen von Trier und Detzem. Das Gift wurde in der Mosel allerdings "deutlich unter der Wirkschwelle" nachgewiesen.