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Krankenhaus Bitburg: Neue Chefärztin kommt aus dem Bergischen Land

Porträt : Aus dem Bergischen Land in die Eifel: Das ist die neue Chefärztin am Bitburger Krankenhaus

Seit Anfang Oktober leitet Susanne Atug die Orthopädie und Unfallchirurgie am Marienhaus Klinikum Eifel in Bitburg. Wie sie das medizinische Angebot dort bereichert und warum sie sich in der Eifel besonders wohlfühlt.

Dass Susanne Atug bereits seit den frühen Morgenstunden für ihre Patienten arbeitet, ist ihr im Gespräch nicht anzumerken. Immer mit einem Lächeln auf den Lippen redet die 51-Jährige über den Beruf, den sie seit rund 20 Jahren ausübt: Medizinerin im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie. Seit Anfang Oktober ist sie neue Chefärztin dieser Abteilung am Marienhaus Klinikum Eifel in Bitburg.

Susanne Atugs Weg in die Eifel

Ursprünglich kommt Susanne Atug aus dem Bergischen Land, genauer aus Wipperfürth in Nordrhein-Westfalen. Medizin studiert hat sie in Köln, danach arbeitete sie an verschiedenen Kliniken. Zuletzt war die 51-Jährige Oberärztin für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin am Johanna Etienne Krankenhaus in Neuss. Im Herbst kam dann der Sprung nach Bitburg.

Wie führt der Weg vom Rhein in die Eifel? „Was mich hier sehr angesprochen hat, ist die Struktur“, erklärt Susanne Atug. Zum einen erfülle das Klinikum besonders hohe Ansprüche, um auch schwere Arbeitsunfälle versorgen zu dürfen – also medizinische Fälle, die oft in Atugs Bereich der Unfallchirurgie fallen.

Zum anderen habe das Bitburger Krankenhaus für seine Größe eine sehr gute Ausstattung, zum Beispiel ein MRT- und ein CT-Gerät, die mit verschiedenen Techniken Bilder des menschlichen Körpers erzeugen. Sie werden auch in Atugs Fachbereich eingesetzt. „Trotz allem ist die Klinik noch so klein, dass sie familiär ist. Das ist mir auch wichtig!“, erklärt die neue Chefärztin.

Also: Für sie ist die Stelle in Bitburg ein voller Gewinn. Aber auch umgekehrt profitieren die Eifeler, die sich im Klinikum behandeln lassen, von der neuen Chefärztin. In ihren rund 20 Jahren als Ärztin hat Atug nämlich in vielen verschiedenen medizinischen Bereichen Fachkenntnisse gesammelt.

Viele spezielle Fachkenntnisse

„Gerade in den ersten fünf Jahren meiner Ausbildung war ich in der Handchirurgie“, berichtet sie. Auch die Wirbelsäulenchirurgie ist eine ihrer Spezialitäten. Die kommt nicht nur bei Unfällen zum Einsatz, sondern zum Beispiel auch bei Krankheiten wie Osteoporose. Damit schafft Susanne Atug ein medizinisches Angebot in Bitburg, das es am Krankenhaus so zuvor noch nicht gegeben hat. Kinder hat die 51-Jährige ebenfalls schon oft behandelt – auch bereits einige in der Eifel: „Aus irgendeinem Grund hatte ich in der ersten Zeit viele Kinder mit Reitunfällen“, berichtet sie.

Vielfältige Erfahrungen, wie Susanne Atug sie hat, sind wichtig in der Unfallchirurgie. Schließlich passieren Unfälle nicht nach Zeitplan, sondern spontan und mit immer anderen Verletzungen als Folge. „Mein Alltag ist so, dass man immer alles neu planen muss. Man muss sich relativ schnell einer wechselnden Situation anpassen“, erklärt die Ärztin. Aber gerade das reize sie an dem Beruf, für den sie sich schon als Jugendliche entschieden hat: „Ich dachte mir, es muss spannend sein. Und spannend ist auf jeden Fall die Unfallchirurgie.“

Auch der zweite Teil ihres Fachbereichs, die Orthopädie, liegt Susanne Atug sehr am Herzen. Eine ihrer Spezialitäten in diesem Bereich ist die Endoprothetik, das heißt: künstliche Gelenkersätze. Die kommen beispielsweise zum Einsatz, wenn Gelenke wie die Hüfte verschleißen und nicht mehr richtig funktionieren.

Als Frau in einem männlich dominierten Fachbereich

Leicht war der Weg, den Susanne Atug zu ihrem Traumberuf gehen musste, nicht immer. Die Orthopädie und Unfallchirurgie ist ein Fachbereich, in dem vor allem Männer arbeiten. Da wurde sie als Frau zwar gefördert, stieß jedoch auch auf Schwierigkeiten –  von einer Vorlesung, aus der sie wegen ihres Kindes hinausgeworfen wurde, bis zu einem Chefarzt, der ihr aufgrund ihres Nachwuchses zur Kündigung riet.

Die fünffache Mutter hat sich allerdings nie unterkriegen lassen, und so kann sie jetzt für ihre neuen Patientinnen und Patienten in der Eifel da sein. Dort gefällt es ihr übrigens nicht nur wegen des Klinikums, auch die ländliche Struktur hat es ihr angetan. „Ich bin eher ein Landkind, und kein Stadtkind“, sagt Atug. „Ich freue mich auch jetzt schon total darauf, im Frühling die Gegend zu erkunden!“