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Krankenhaus Neuerburg wird zum Gesundheitszentrum ausgebaut

Ehemaliges Krankenhaus Neuerburg : Krankenhaus Neuerburg wird zum Gesundheitszentrum ausgebaut – Nächstes Ziel: Kneipp-Zentrum

Das ehemalige Krankenhaus Neuerburg wird nach und nach zum Gesundheitszentrum ausgebaut. Vieles läuft bereits, anderes wird derzeit vorangebracht. Und weitere Ziele werden noch angepeilt.

Das Krankenhaus Neuerburg wurde 2014 geschlossen, das Wohlergehen von Menschen steht in dem Gebäude in der Bitburger Straße aber immer noch im Vordergrund. Die Entwicklung zu einem Gesundheitszentrum ist nach wie vor in vollem Gange. Mit der heutigen Eröffnung der Tagespflege des DRK im zweiten Stock ist jetzt ein weiteres Etappenziel erreicht.

Rund zwei Drittel des 6200 Quadratmeter-Gebäudes seien bereits vermietet, sagt Geschäftsführer Ingo Jakschies. Er ist froh, dass das Gebäude so gut in Schuss ist, dass die Umbauarbeiten für neue Gesundheitsanbieter überschaubar sind.

Bereits etabliert ist die Praxis von Allgemeinärztin Sigrid Mundt. Auch der Chirurg Karl-Georg Hermans bietet Sprechstunden an. Bei dieser einen Arztpraxis soll es nach Jakschies Plänen aber nicht bleiben. Dabei spricht er von flexiblen Modellen, bei denen auswärtige Ärzte die Möglichkeit haben sollen, tage- oder stundenweise in Neuerburg Sprechstunden anzubieten. Damit hoffe Jakschies auch Fachärzte nach Neuerburg zu holen. Kontrete Gespräche werden laut Jakschies bereits geführt.

Jakschies sieht aber nicht alleine in der Schulmedizin eine Hilfe für kranke Menschen. Er möchte sich auf alte Lehren wie die von Sebastian Kneipp zurückkommen, die mit einer Umstellung der Lebensgewohnheiten einhergehen. Gesunde Ernährung, Bewegung, ein guter Umgang mit Stress, Wassertherapie und Kräuter sind die Elemente dieser Lehre. Ein Kneippzentrum, das nicht nur für die Menschen in Neuerburg ein Ziel sein soll, sondern auch darüber hinaus Interessierte locken soll, will er in der ehemaligen Bäderabteilung etablieren.

„Gespräche mit dem Kneippverband Rheinland-Pfalz laufen schon“, sagt Jakschies. Die rund 250 Quadratmeter große Bäderabteilung biete gute Bedingungen für dieses Vorhaben, sagt Jakschies, während er durch die verschiedenen dafür geplanten Räume geht. Auch den Außenbereich des an der Enz gelegenen Gesundheitszentrum möchte er einbeziehen. Allerdings hier nicht mit einem Kneipp-Becken zum Wassertreten, sondern einem Unterarmbecken. Da im Rahmen der Umgestaltung des Neuerburger Stadtparks auch von einem Kneipp-Becken die Rede sei, könne man dieses nutzen. Im Gesundheitszentrum Neuerburg selbst, könne man die frühere Küche nutzen für die Zubereitung von Kräutern und Wurzeln aus der Natur. Eine andere große Küche wird bereits zu einem großen Yoga-Raum umgebaut. Wie Jakschies sagt, soll im kommenden Frühjahr bereits mit dem Kneipp-Zentrum begonnen werden.

In der ehemaligen Küche wird derzeit viel gebaut. Hier soll ein Yogarraum entstehen. Foto: TV/Nora John

Bereits etabliert im Gesundheitszentrum ist die Wohngruppe, die im ersten Stock des Gebäudes angesiedelt ist. Hier leben Menschen, die sich im Wachkoma befinden oder beatmet werden müssen und eine intensive Betreuung benötigen. Eine ähnliche Wohngruppe gab es bereits im ehemaligen Krankenhaus, als dieses noch von der Marienhaus Gmbh geführt wurde.  Therapeuten, wie Logopäden, Physiotherapeuten kümmern sich um die Bewohner. Jakschies legt Wert auf die Feststellung, dass es sich nicht um eine Krankenstation, sondern eine Art Wohngemeinschaft handelt.

Alle Einrichtungen, die in Neuerburg untergebracht sind, arbeiten sozusagen auf eigene Rechnung. Der Umbau der Räume werde noch von der Marienhaus Gmbh finanziert, die hier ursprünglich auch ein Gesundheitszentrum aufbauen wollte, damit aber gescheitert ist und die Räume an die Kommunen übergeben hat.

Jakschies hat für das Gesundheitszentrum noch weitere Pläne. Zum einen wolle er gerne ein Medizinisches Versorgungszentrum etablieren, das allerdings in Trägerschaft der Kommune, also der Stadt Neuerburg oder der Verbandsgemeinde, sein müsse.

Zum anderen wünscht er sich ein sogenanntes Cottage-Hospital. Solche kleinen Einheiten seien schon in anderen Ländern etabliert. Sie seien als wohnortnahe Ergänzung gedacht für große zentrale Krankenhäuser. Hier könnten Patienten betreut werden, die beispielsweise am Tropf hänge, eine Kurzzeitpflege benötigen oder nach einer Operation weiter betreut werden müssen.