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Kreis untersagt Nutzung der Stadthalle

Kreis untersagt Nutzung der Stadthalle

Weil die kleine Fußgängerbrücke zum Obergeschoss des Neuerburger Stadthallengebäudes, die gleichzeitig auch als Rettungsweg gilt, in einem schlechten Zustand ist, wurde sie gesperrt. Das hat zur Folge, dass die Gemeinderäume derzeit auf Anordnung des Kreises nur äußerst eingeschränkt genutzt werden dürfen. Der Stadtrat hat deshalb beschlossen, zügig den Bau einer neuen Brücke anzugehen.

Neuerburg. Dass sich der Stadtrat zu seiner konstituierenden Sitzung im Neuerburger Tagungshotel Euvea und nicht im Gebäude der Stadthalle trifft, liegt schlichtweg daran, dass im Vorfeld keiner wusste, wie viele Zuschauer an der Sitzung teilnehmen. Das Risiko, am Ende möglicherweise einen oder zwei Menschen mehr im Raum sitzen zu haben als eigentlich erlaubt, wollte man nicht eingehen. Denn allein das hätte die Stadt Neuerburg mal gerade so 1000 Euro kosten können. So hoch ist nämlich das vom Kreis angedrohte Zwangsgeld, für den Fall, dass die Stadt gegen die bauaufsichtliche Verfügung der Kreisverwaltung verstößt.
So hat die Untere Bauaufsichtsbehörde des Eifelkreises die Nutzung der Stadthalle weitgehend untersagt. Grund dafür ist die marode Fußgängerbrücke, die an der südwestlichen Seite des Gebäudes auf das Dach des ehemaligen Rewemarkts und damit auch zur Stadthalle im ersten Obergeschoss führt. Laut eines Gutachtens, das kürzlich von einem Ingenieurbüro erstellt wurde, weist die rund acht Meter lange und 1,25 Meter breite Holzbrücke erhebliche Mängel auf. Das Holz ist an vielen Stellen morsch, und dort, wo die Brücke mit dem Gebäude verbunden ist, hat das Ingenieurbüro ebenfalls gravierende Schäden dokumentiert.
Vereinsraum nutzbar


Da die Brücke deshalb nicht mehr genutzt werden darf, fehlt der Stadthalle damit auch der vorgeschriebene zweite Rettungsweg. Folglich steht das Stadthallengebäude derzeit nur stark eingeschränkt zur Verfügung. Denn genutzt werden dürfen gemäß Anordnung der Kreisverwaltung nur die Sanitärräume, der Vereinsraum, die Treppe und der Aufzug sowie der Musikvereinsraum im zweiten Obergeschoss - allerdings auch nur von maximal 30 Personen.
Bei der konstituierenden Sitzung des Stadtrats, an der die Öffentlichkeit ja auch teilnehmen darf, hätte es also im Stadthallengebäude eng werden können. Weshalb der Rat nun im Tagungshotel darüber berät, wie es mit der Brücke weitergehen soll. Eine Möglichkeit wäre die, vorübergehend eine provisorische Gerüstbrücke zu errichten, sodass die Stadthalle recht schnell wieder in vollem Umfang genutzt werden könnte.
Der Stadt liegt dazu auch ein entsprechendes Angebot eines Gerüstbauers vor. Demnach würde ein Provisorium inklusive statischer Berechnung rund 8400 Euro kosten. Allerdings auch nur für die ersten vier Wochen. Für jede weitere Woche kämen dann noch rund 300 Euro Miete hinzu.
"Ein Notgerüst steht kostenmäßig in keinem Verhältnis", sagt Stadtbürgermeisterin Anna Kling. Zumal es gelungen sei, die dort in den kommenden Monaten ursprünglich geplanten Veranstaltungen zu verlagern. Kling plädiert deshalb dafür, statt des Notgerüsts direkt den Bau einer neuen Brücke in Angriff zu nehmen. Dem schließt sich auch der Rat an und beschließt einstimmig, ein Architekturbüro (nach Prüfung des Honorarangebots) mit der Planung zu beauftragen, um schnellstmöglich die Baugenehmigung zu beantragen und die Errichtung einer neuen Brücke auszuschreiben. "Ich denke, dass es schon einige Monate dauern wird, bis alles durch ist", sagt die Stadtbürgermeisterin. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Neuerburg aufgrund seiner schlechten Haushaltslage nach Feststellung der zu erwartenden Kosten zunächst auf die Zustimmung der Kommunalaufsicht angewiesen sei. Kling zeigt sich aber zuversichtlich, dass es daran nicht scheitern wird. "Die Kommunalaufsicht hätte auch das Geld für die Notlösung genehmigt", sagt sie. "Von daher gehe ich davon aus, dass auch hierfür zeitnah eine Zusage erteilt wird." uhe
Extra

Konstituierende Sitzung: Anlässlich der ersten Sitzung nach der Wahl des neuen Stadtrats wurden nach der Ernennung von Anna Kling als Stadtbürgermeisterin auch die 16 Ratsmitglieder verpflichtet und zudem die drei Beigeordneten gewählt. Einstimmig hat der Rat dabei die bisherigen Beigeordneten Lothar Fallis (parteilos), Wilhelm Ahlert (SPD) und Siegfried Mathieu (CDU) in ihren Ämtern bestätigt. uhe