1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Kreise sehen keine Einschränkungen kommen warnen aber vor Leichtsinn.

Kostenpflichtiger Inhalt: Eifelkreis und Vulkaneifelkreis warnen vor Leichtsinn : Steigen die Infektionen, könnten erneute Einschränkungen kommen

Die Bundesregierung hat eine Obergrenze für Neuinfektionen beschlossen. Die beiden Eifelkreise sind zwar weit entfernt, warnen aber trotzdem vor Leichtsinn.

Eins steht fest: Steigen die Corona-Infektionszahlen, steigen auch wieder die Beschränkungen im Alltag. Welche Einschränkungen dann als erstes wieder fällig werden, ist in den beiden Eifelkreisen noch offen. Klar aber ist, wann Restriktionen kommen. Das hat die Bundesregierung festgelegt (der TV berichtete).

Bei einer Steigerung von 50 Neuinfektionen pro 100♦000 Einwohner innerhalb einer Woche, muss gehandelt werden. Genaue Regeln, was dann passiert, sollen die Länder aufstellen. Und das ist laut Eifelkreis-Pressesprecher Thomas Konder bisher noch nicht passiert: „Leider haben wir bislang keine Vorgaben vom Land, wie mit der Infektionsobergrenze konkret umzugehen ist. Das Land hat auch noch keinen Termin festgesetzt, ab wann diese gilt.“ So blieben als denkbare Maßnahmen für den Eifelkreis letztlich die Einschränkungen aus den Corona Bekämpfungsverordnungen 1 bis 6.

Das bedeutet: Von einer erneuten Schließung der Gastronomie, der Spielplätze oder weiter Teile des Einzelhandels ist vieles denkbar. „Konkret wird das auf den Einzelfall ankommen und natürlich auch darauf, was das Land empfiehlt“, sagt Konder. Mittlerweile gibt es einen Stufenplan, der den weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie in Rheinland-Pfalz beschreibt.

Auf die dritte Stufe „Großräumige Beschränkungen des öffentlichen Lebens” verweist Vulkaneifelkreis-Sprecherin Verena Bernardy und erklärt, dass im Falle der Fälle einzuleitende Maßnahmen mit der Obersten Gesundheitsbehörde abzustimmen sind. Heißt: einfach geschlossen wird nichts.

Die zweite Stufe des Stufenplans des Landes sieht „Lokale Beschränkungen“ vor. Das finden die beiden Landkreise in der Eifel wichtig. Bernardy erklärt: „Da es bundesweit ganz unterschiedliche Fallzahlen gibt, ist es sicherlich sinnvoll, regional anhand des tatsächlich vorhandenen Infektionsgeschehens situationsspezifisch angemessen und verhältnismäßig zu reagieren.”

Dem stimmt Konder zu: „Das war eine längst überfällige Maßnahme, da Infektionen sich schneller dort fortsetzen, wo mehr Menschen leben oder die Mobilität der Bevölkerung in beruflicher oder touristischer Hinsicht größer ist, als in weniger dicht besiedelten oder mobilitätsärmeren Räumen wie ländlichen Gebieten.” Und zu genau diesen Gegenden zählt die Eifel.

Einschränkungen drohen aktuell noch bei Weitem nicht. Der Vulkaneifelkreis kommt Stand Freitag auf einen neuen Covid-19-Fall in den vergangenen sieben Tagen. 30 wären im rund 60♦000 Einwohner großen Landkreis die Grenze, an der der Kreis verpflichtet wäre, zu handeln. Bernardy erklärt: „Sicherlich werden wir, sollten die Zahlen steigen, entsprechend frühzeitig reagieren und nicht so lange abwarten, bis die verbindliche Höchstzahl an Neuinfektionen erreicht ist.”

Im Eifelkreis gibt es vier neue Fälle in einer Woche. Auch hier geht man davon aus, dass die Höchstgrenze aller Voraussicht nach nicht erreicht wird. „Wir haben die 50 Neuinfektionen in einer Woche bisher nur einmal Anfang April überschritten”, sagt Konder. Genau in dieser Zeit gab es im Eifelkreis bisher auch die höchste Zahl aktiver Fälle. Die lagen damals bei 94 – so hoch, wie später nie wieder. Aktuell pendelt sich die Zahl aktiver Fälle bei einem Wert unter 20 ein.

Gefahren sehen die Kreise dennoch. Nämlich dann, wenn „Menschen sich nicht an das Tragen des Mund-Nase-Schutzes halten, Hygieneregeln nicht befolgen und wegen der geringen Krankheitsraten leichtsinnig werden“, sagt Konder.

Das befürchtet auch Bernardy: „Den Menschen muss auch bei allen Lockerungen und den derzeit aktuell sehr geringen Fallzahlen weiterhin bewusst sein, dass das Virus nicht einfach weg ist, sondern dass es nach wie vor vorhanden ist, es nach wie vor insbesondere für Risikogruppen gefährlich sein kann und es auch nach wie vor keine Medikamente und keinen Impfstoff gibt.” Es sei also immens wichtig, dass die Menschen auch weiterhin so diszipliniert und verantwortungsvoll wie bisher mit der Situation umgehen, mahnt Bernardy.

Trotz der Lockerungen gilt in beiden Kreisen noch immer die Empfehlung, Abstand zu halten, die Hygieneregeln zu befolgen sowie in den vorgegebenen Bereichen eine Mund- und Nasenabdeckung zu tragen.