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Kreiselbau mit Kampfmittelsuche

Kreiselbau mit Kampfmittelsuche

Runde Sache am Prümer Stadtausgang in Richtung Dausfeld und zur "Held": Die Arbeiter sind da, der Kreisverkehr wird gebaut (der TV berichtete). Mit größter Vorsicht, denn die Planer kalkulieren auch Munitionsfunde ein.

Prüm. Nach zehn Jahren Planung geht es los mit dem Kreisverkehr am Ende der Prümer Ritzstraße und dem ehemaligen Bahnübergang: Die Bauarbeiter der Firma Backes sind diese Woche angerückt. Auf Abruf stehen dabei die Männer vom Kampfmittelräumdienst des Landes (KMRD), falls unter der Oberfläche explosive Altlasten auftauchen.

Denn angesichts des jüngsten Bombenfunds in Bleialf (der TV berichtete) wollen die Verantwortlichen die Risiken für die Bauarbeiter und die Bürger so gering wie möglich halten. Dennoch: "Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht", sagt Ewald Dockendorf, Chef der Bauabteilung in der Verbandsgemeinde Prüm.

Das bewahrheitete sich auf schreckliche Weise in den 1970er Jahren: Damals kam ganz in der Nähe ein Baggerfahrer ums Leben, als er auf einen Sprengsatz im Boden stieß. Ein zweiter Arbeiter erblindete. Markus Fohn, der bei der Straßenmeisterei die Baustelle betreut: "Angesichts dieses Unfalls wollten wir nicht so lässig an die Sache herangehen. Wir wissen ja nicht, was da unten los ist."

Bemühungen von allen Seiten



"Das Problem kann man nicht aus der Welt schaffen", sagt Dockendorf. "Aber wir bemühen uns von allen Seiten." Auch wenn das zusätzliches Geld koste: "Wir sind bestrebt, im vierstelligen Bereich zu bleiben." Darüber ist auch die Stadtbürgermeisterin froh: "Sehr einverstanden" sei sie mit dieser Vorsicht, sagt Mathilde Weinandy.

Die Baustelle ist inzwischen eingerichtet - und werde acht Monate lang bleiben, sagt Markus Fohn. Zur Wochenmitte begannen die Vorbereitungen für das etwa 700 000 Euro kostende Projekt. Im Gerberweg - die Zufahrt von dort zur Ritzstraße ist mittlerweile gesperrt - fällten sie unter anderem Bäume am Straßenrand, die dem künftigen Verlauf im Weg gewesen wären. Auch die Fräse ist inzwischen in Betrieb. Sobald sie ihr Werk getan und die alten Asphaltschichten abgetragen hat, geht es an die Altlasten-Überprüfung der tieferen Flächen. Die Bauarbeiten an den Kreisverkehr-Armen in Heldstraße und Gerberweg sollen etwa zwei Monate dauern, sagt Markus Fohn. Danach sind die Abzweigungen in die Prümtal- und in die Ritzstraße vorgesehen, der Gerberweg wird dann wieder durchgehend befahrbar sein, während wiederum die Ausgänge der beiden anderen Straßen dichtgemacht werden müssen. Allerdings soll die Tankstelle in der Ritzstraße jederzeit erreichbar und die Teichstraße in beiden Richtungen befahrbar sein. In Phase vier wird dann die Heldstraße bis zur Abzweigung nach Dausfeld asphaltiert.

Zuletzt - und das dank des Rheinland-Pfalz-Tags im kommenden Jahr - wird dann die Asphaltschicht bis zum Hahnplatz erneuert. Macht, alles in allem, 160 Arbeitstage. Markus Fohn: "Wir gehen davon aus, dass wir keine Winterbaustelle kriegen."