Kreistag: Große Mehrheit trotz vieler kritischer Worte

Bitburg · Der Kreistag ist mehrheitlich für einen Verkauf seiner Flugplatz-Anteile. Dennoch haben sich nur CDU und FWG ganz klar hinter die Flugplatz-Pläne gestellt. SPD und FDP äußerten deutliche Skepsis. Grüne und Linke stellten sich ganz dagegen.

(kah) Das Meinungsbild zum geplanten Bit-Airport ist im Kreistag keineswegs einheitlich. Obwohl die Mehrheit gestern für die Absichtserklärung zum Verkauf der GmbH-Anteile stimmte, gab es in den Reden – außer von CDU und FWG – reichlich kritische Äußerungen.

Ein wie zu erwarten geschlossenes Ja kam von der CDU. „Ich bin froh, dass wir so weit sind“, sagte Michael Billen, der schon seit Jahren hinter dem Flugplatz steht. Der Flugplatz sei eine große Chance, mit privatem Geld Arbeitsplätze zu schaffen. Und die Kommunen seien abgesichert.
Ebenfalls geschlossen dafür stimmte die FWG. „Wir haben den Flugplatz seit 1994 positiv, aber kritisch begleitet und können heute stolz sein“, sagte Rudolf Rinnen. In Zukunft brauche der Kreis den Flugplatz nicht mehr zu bezuschussen, was dazu führen könne, dass die Kreisumlage nicht erhöht werden müsse.

Deutlich kritischer war die SPD. Die Genossen stimmten mit zwei Ausnahmen dafür, da ihre Bedingungen – kein Nachtflug und kein öffentliches Geld erfüllt sind. Dennoch äußerte Bernd Spindler Zweifel: daran, dass ein Flugplatz grün sein kann oder ob es auch bei „kein Nachtflug“ bleibe, wenn er ohne nicht mehr auskommen sollte.

Zweifel, die er mit den Grünen (die geschlossen dagegen stimmten) und der FDP (eine Gegenstimme) teilt. Eva Gräfin von Westerholt (FDP) und Helmut Fink (Grüne) waren sich in vielen Punkten einig, insbesondere, was die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten angeht. 2009 habe Lux-Cargo ein Minus von 153 Millionen gemacht. Sie glauben, dass das Projekt scheitert. „Dann werden wir als Region an Glaubwürdigkeit verlieren“, sagte Westerholt. „Wir sind für eine nachhaltige Entwicklung, die für die Bürger verträglich ist“, betonte Fink.

Auch Wolfgang Ferner stimmte dagegen. „Die Linke hält es für einen Fehler, wenn öffentliches Eigentum verscherbelt wird“, sagte er. Auch er äußerte Zweifel an den Erfolgsaussichten. Bitburg liege am Rande des Geschehens. Auch er fürchte einen Imageschaden.

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