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Kreistag winkt teurere Schulsanierung durch

Wieder verschätzt: Projekt wird drei Millionen Euro teurer : Kreistag winkt teurere Sanierung der Prümer Schule durch

Die Sanierung der ehemaligen Wandalbert-Hauptschule kostet zwölf Millionen Euro – rund drei Millionen Euro mehr als geplant.

Am ersten August 2010 hat der Eifelkreis die Gebäude im Schulzentrum Prüm übernommen. Und damit jede Menge Arbeit. Die drei Bauten, in denen die Kaiser-Lothar-Realschule plus und die Berufsbildende Schule untergebracht sind, stammen aus den 60er und 70er Jahren. Und sind damit also nicht mehr ganz neu.

Am besten ausgestattet ist noch die ehemalige Wandalbert-Hauptschule. In Zukunft soll daher die jetzige Kaiser-Lothar-Realschule plus dorthin verlegt werden. Die Berufsbildende Schule zöge dann in den vorderen Teil der Realschule. Den hinteren Bereich könnte man stilllegen. Doch bevor es so weit ist, gibt es noch viel zu tun. Der Sanierungsstau ist größer als gedacht. Die Kosten des Projekts sind explodiert. Wurde Mitte 2017 noch mit rund neun Millionen Euro gerechnet, sind es inzwischen mehr als zwölf Millionen Euro.

Es ist nicht das erste Mal, dass bei einem Kreis-Projekt Schätzung und Realität weit auseinanderliegen.  Jüngst hat die Kommune den Ausbau von elf Straßen verschoben, weil das Ergebnis einer Ausschreibung dreimal höher war als die frühere Kostenschätzung. Die Sanierung des Neuenwegs in Dasburg und die der Ortsdurchfahrt von Ammeldingen an der Our werden ebenfalls teurer als gedacht.

Und auch in der unmittelbaren Nähe der Wandalbert-Schule wartet ein Millionenprojekt mit Kostensteigerung: die Sporthalle der Realschule plus, deren Ausbau mit rund 500♦000 Euro mehr zu Buche schlägt, als als ursprünglich veranschlagt.

Die Gründe, die die Verwaltung für all diese Verteuerungen anführt, ähneln sich.  Größter Preistreiber scheint der Bausektor zu sein. Hier haben sich die Kosten um rund zehn Prozent erhöht. Die Baufirmen sind ausgelastet. Sie können sich ihre Aufträge aussuchen und daher auch die Preise diktieren.

Gestiegen sind auch die Baunebenkosten, die im Falle der Wandalbert-Schule inzwischen mit 25 Prozent des Gesamtvolumens beziffert werden, statt, wie zuvor, mit 20 Prozent. Die neuen Ermittlungen der Preissteigerungen resultieren in Mehrkosten von über eineinhalb Millionen Euro.

Hinzu kommt: Auch das Bauprogramm musste erweitert werden. Was die Fachleute bei der Begutachtung des Gebäudes unter anderem feststellten: Das Atriumdach ist maroder als angenommen und muss für eine halbe Million Euro erneuert werden. Ebenso wie Toilettenanlagen, Waschbecken und Brandmeldeanlage, was zusammen rund 350♦000 Euro verschlingt. Zu alledem kommt, dass im Gebäude offenbar Schadstoffe gefunden wurden, die mittels eines aufwändigen Verfahrens beseitigt werden müssen. Kosten: etwa 300♦000 Euro.

Diskussionen, Fragen oder Wortmeldungen gab es im Kreistag zu diesem Projekt nicht. Auch nicht dazu, dass die Kosten nun rund drei Millionen Euro über dem ursprünglich angedachten Preis liegen.

Der Zeitplan: In den Sommerferien 2020 sollen die Bauarbeiten beginnen. Ziel ist es, im Frühjahr 2022 die Umbauarbeiten abzuschließen. Denn ansonsten gibt es zumindest aus dem Kommunalen Investitionsprogramm kein Fördergeld. Die Verwaltung rechnet mit einem Zuschuss von etwa zwei Millionen Euro. Vom Land gibt es dann noch weitere drei Millionen, die bereits zugesagt sind.