Kreisverkehr in Prüm – Rat bleibt in der Spur

PRÜM. Der Prümer Stadtrat hat am Dienstag den ersten Vorentwurf für den Kreisverkehr am Verkehrsknotenpunkt Gerberweg/Ritzstraße beschlossen. Diese Entscheidung nahm auch Prinz Dominik I. nach der freundlichen Übernahme des Ratssaals mit großer Genugtuung zur Kenntnis.

"Wenn es heute keine Zustimmung gibt, dann haben wir ein Problem." Helmut Bell vom Landesbetrieb Straßen und Verkehr (LSV) in Gerolstein machte gleich zu Beginn des Tagesordnungspunkts klar, wie wichtig die Entscheidung zu Gunsten eines Kreisverkehrs für Prüm sei. Er verwies auf die inzwischen vorliegenden Planungsunterlagen des Büros Scheuch, die den ersten Vorentwurf darstellten und auf deren Grundlage das weitere Verfahren in Gang gesetzt werden solle. Bell: "In zwei bis drei Monaten soll die endgültige Planung spruchreif sein." Dem steht nach dem einstimmigen Beschluss des Rates jetzt nichts mehr entgegen. Zuvor hatte Wolfgang Scheuch einige technische Daten zum Besten gegeben: Demnach soll der Kreisel am Verkehrsknotenpunkt Ritzstraße/Gerberweg, Heldstraße und Prümtalstraße einen Durchmesser von 26 Meter erhalten. Die Gehwege werden zwischen 1,50 und 1,80 Meter breit sein, der Innendurchmesser soll zehn Meter betragen und die Verkehrsfläche eine Breite von 5,75 Metern aufweisen. In allen Verkehrsästen wird es Inseln geben, und auch an die Führung des künftigen Radwegs ist bereits gedacht. Aufwändig sein wird indes die Versetzung der RWE-Transformatorenkästen am Eingang Gerberweg. Die bereits jetzt bestehende Abbiegespur aus der Prümtalstraße nach rechts in die Ritzstraße bleibt bestehen. Das Thema Bushalteplatz am Gerberweg sprach im Verlauf der Aussprache Willi Heck (CDU) an. Gleichwohl warnte Marzellus Boos (FWG) davor, die Fußgänger zu diesem Zweck über den Schulhof des Regino-Gymnasiums zu leiten. "Es gibt heute schon genügend Leute, die so zu Aldi gehen. Das wollen wir nicht", stellte Ratsherr und Gymnasiallehrer Boos klar. Bürgermeisterin Mathilde Weinandy (CDU) verwies derweil auf eine weitere Ratssitzung, in deren Verlauf sich Experten der Rhein-Mosel-Verkehrs-gesellschaft (RMV) zu dem Thema äußern könnten. Zur Sprache kam derweil auch die Größe des Kreisels. Nach den Worten von LSV-Mann Helmut Bell reicht der Umfang, um auch größere Lastwagen aufzunehmen. Das bestätigte Experte Peter Klassen (SPD). Nach seinen Worten ist diese Größe im Vergleich mit Kreisverkehrsanlagen in Spanien und Frankreich sogar "ein Luxus". Die Kosten für den Kreisel werden laut LSV rund 250 000 Euro betragen. Etwa 50 Prozent davon kommt auf die Stadt Prüm zu, die jedoch aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes dabei mit 60 Prozent bezuschusst wird. Nachdem es im Prümer Stadtrat bis dahin nur inhaltlich rund ging, folgte nur die stimmungsmäßige Variante. Als Prinz Dominik I. samt Gefolge den Saal betrat, räumte "Bürgerin Mathilde" schnell ihren Sitz, so dass der Narrenregent den Tagesordnungspunkt neun (Anfragen von Ratsmitgliedern) leiten konnte, was Monika Rolef (FWG) jedoch keineswegs davon abbrachte, ihren Fragen-Marathon in üblicher Weise durchzuziehen. "Is dat immer so, dat hier 30 Fragen auf einmal gestellt werden?", wunderte sich Dominik und kündigte an, aufgrund seiner inzwischen guten Beziehungen zum Vatikan beim Heiligen Vater Geld unter anderem für ein Prinzen-Reha-Zentrum und den neuen Kreisel locker zu machen. Ernsthaft beschlossen wurde derweil, dass in diesem Jahr alle Ratsherren am offiziellen Prinzenempfang teilnehmen sollten. Wer dort nicht erscheint, muss 30 Euro zugunsten der Villa Kunterbunt spenden. Für dieses Projekt macht sich zur Zeit das Kinderdreigestirn Patrick und René Müller und Jan Keller stark. Zudem kam das Gremium überein (und auch dies ist ein ernst zu nehmender Beschluss), die Sitzungsgelder von Dienstag dem gleichen Zweck zukommen zu lassen.