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Kreiswald: Bis zum Verkauf kann es dauern

Kreiswald: Bis zum Verkauf kann es dauern

Verkaufen will der Kreis seinen Wald. Im Prinzip. Doch bevor es so weit kommen kann, soll ein Arbeitskreis prüfen, welche Möglichkeiten es gibt und wie lukrativ diese sind. Ein Verfahren, das Jahre dauern könnte.

Bitburg/Prüm. Beim Thema Waldverkauf wird es schnell emotional. Vielleicht, weil es um Grund und Boden geht - um die Scholle Land, die dem Eifeler seit jeher viel wert ist. Vielleicht auch, weil Wald in Zeiten von Börsencrashs, Rezession und Eurokrise einen relativ sicheren Wert darstellt. Im Falle des Kreiswalds immerhin rund 2,5 Millionen Euro. Auch hat der Wald dem Kreis seit der Jahrtausendwende trotz mehrerer Verlustjahre einen Gewinn von 120 000 Euro beschert.
Höchstwahrscheinlich ging es daher am Montagabend auch bei der Diskussion im nichtöffentlichen Teil des Kreistags Bitburg-Prüm hoch her. Hatten doch die Grünen, die FDP und die Linke im Vorfeld bereits deutlich gemacht, dass sie den Verkauf des rings um Neuerburg gelegenen Forsts trotz der schwierigen Haushaltslage des Kreises für keine gute Lösung halten.
Allerdings haben sie nicht die Mehrheit. Und der Beschluss, der am Montagabend gefasst wurde, deutet darauf hin, dass die Mehrheit dann doch für einen Verkauf ist. Ehe es so weit kommen kann, werden allerdings Jahre vergehen. Will das Gremium doch nach Auskunft von Landrat Joachim Streit, dass ein neuer Arbeitskreis zuvor eine ganze Reihe kniffliger Fragen klärt.
Fragen über Fragen


Eine der spannendsten Fragen ist, wo in dem 265 Hektar großen Waldgebiet womöglich potenzielle Windkraftstandorte liegen. Die Antwort hängt von einer noch zu treffenden Entscheidung der Planungsgemeinschaft Trier ab, die vorhat, neue Standorte auszuweisen. Befinden sie sich im Kreiswald, muss auch die Verbandsgemeinde Neuerburg noch ihre Einwilligung geben, ehe Windräder gebaut werden können. Und dann wäre noch zu klären: Ist es sinnvoller diese Flächen zu verkaufen, zu verpachten oder die Windräder selbst zu betreiben? Eine weitere Frage ist, ob sich mit dem (in Parzellen zersplitterten) Wald mehr Geld machen lässt, wenn man ihn auf einen Schlag oder in mehreren Teilen verkauft. Auch dies soll der Arbeitskreis klären. Ebenso, inwieweit es durch Landtausch möglich wäre, die vielen kleinen Parzellen zu größeren Einheiten zusammenzuführen, die sich dann womöglich leichter vermarkten lassen.
Viel Arbeit also. So viel, dass der Landrat den Verdacht hegt, dass der Kreistag den Wald im Grunde lieber behalten möchte.