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Kritik an geplantem Kanu-Verbot auf der Sauer

Anhörungsverfahren beendet : Kritik an Kanu-Verbot für die Sauer wächst

Es regt sich Widerstand gegen die Pläne der Behörden, das Bootfahren auf der Sauer einzuschränken. Hat der Protest Aussicht auf Erfolg?

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hat im September in der Eifel für Schlagzeilen gesorgt. Denn die Landesumweltbehörde hat ankündigt, gemeinsam mit den luxemburgischen Kollegen den Kanuverkehr auf der Sauer zwischen März und Mitte Juni verbieten zu wollen (der TV berichtete). Und das Befahren der Sauer zwischen Wallendorf und Wasserbillig zudem bei einem Pegelstand unter 60 Zentimeter zu untersagen.

Naturschützer und Fischer begrüßten diesen Vorstoß zwar, da sie seit Jahren eine Belastung des Ökosystems durch den zunehmenden Kanuverkehr beklagen. Protest kam aber von Betrieben und Wirtschaftsverbänden. Denn rund um den Grenzfluss gibt es reichlich Unternehmen, die am Wassersport verdienen. Da wären in erster Linie die Bootsverleiher, aber auch die Campingplätze, Hotels, Gaststätten und letztlich auch der Einzelhandel.

Es war also abzusehen, dass die geplante neue Regelung nicht überall für Begeisterung sorgen würde. Und einige Firmen, Verbände und Bürger beim nun beendeten Anhörungsverfahren Kritik anbringen würden.

Und so teilt die Behörde denn auch auf TV-Anfrage mit, dass inzwischen „sowohl beim luxemburgischen Umweltministerium als auch bei der SGD Nord eine Reihe von Anregungen und Bedenken vorgetragen wurden“. Die Kritik sei „teils grundsätzlicher Art“, schreibt eine Sprecherin, „teils konkret gefasst“. Manch einer hinterfrage auch die „fachliche Grundlage“ der Regelung. Klagen gegen die neue Verordnung seien aber noch keine eingegangen. Weiter ins Detail gehen wollte man bei der Koblenzer Behörde zunächst nicht.

Ob die Anmerkungen die Einschränkungen letztlich verhindern können? Unwahrscheinlich. Man berate,  schreibt eine Sprecherin der SGD Nord aber, „inwieweit konstruktive Anregungen in die endgültige Fassung der Rechtsverordnung einfließen können.“ Sobald es diesbezüglich Neuigkeiten gebe, werde die Öffentlichkeit informiert. Es bleibt also noch spannend.