"Küken nicht mit Schrauben verwechseln"

Kyllburg · Ethische Fragen rund um die Nutztierhaltung haben im Mittelpunkt einer Agrartagung der Katholischen Landvolkbewegung gestanden. Experten sprachen unter anderem über die Haltung von Landwirten und Konsumenten gegenüber Tieren.

Kyllburg. Bettina Locklair vom Kommissariat der Deutschen Bischöfe in Berlin bewertete die landwirtschaftliche Tierhaltung aus Sicht der Katholischen Kirche. Die Menschen seien laut Bibel nicht verpflichtet, vegetarisch zu leben. Die Erde sei den Menschen zur Nutzung anvertraut. Ihnen sei erlaubt, "alles, was sich regt und lebt", als Speise zu nutzen. Allerdings seien die Bedingungen der Haltung am Tierwohl auszurichten. Im gemeinsamen Wort "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit" hätten die Kirchen eine Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Belangen gefordert. Christian Sürie vom Lehr- und Forschungsgut Ruthe bei Hannover befasste sich mit dem Strukturwandel von der Agrar- zur Industriegesellschaft und globalen Herausforderungen wie Bevölkerungswachstum, Hunger und knappe Ressourcen. Sürie stellte eine Entfremdung der Konsumenten von den Lebensgrundlagen fest. Grundsätzlich seien Landwirte gut ausgebildet, aber auch bei ihnen beobachte er diese Entfremdung. Man dürfe "Küken nicht mit Schrauben verwechseln". Bei der Nutztierhaltung gelte es, artgerechte Haltung, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit in eine Balance zu bringen. red

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