Künstler saniert Matzerather Kreuz

Künstler saniert Matzerather Kreuz

Vor rund 30 Jahren verschwand das Matzerather Wegekreuz bei Pronsfeld plötzlich - jetzt hat es der Künstler Peter Weiland restauriert und an seinem alten Standort wieder aufgestellt.

Pronsfeld. (red) Nur die älteren Bewohner von Pronsfeld erinnern sich noch an das Matzera-ther Kreuz, das lange Zeit an einem Wiesenpfad, etwa 500 Meter von der alten Kirche entfernt, im Flurstück "In der Kirchdell" stand.

Am Fußweg von Matzerath durch das Tal des Lünebachs und weiter über die "Finkendell", der im Volksmund bis heute "Kirchenpaad" genannt wird, diente das schwere Kreuz als Wegemarke, aber auch als Gebetsstätte. Mehrfach beschädigt verschwand es schließlich im Zuge der Flurbereinigung vor etwa 30 Jahren aus der Landschaft. Jetzt ist es jedoch wieder zurück an seinem alten Platz - dank des Engagements des Förderkreises "Alte Kirche", der sich verstärkt um die Renovierung von Wegekreuzen in Pronsfeld kümmert.

Im Auftrag des Vereins hat der Irrhauser Künstler Peter Weiland das Kreuz komplett restauriert. Anhand von erhaltenen Fragmenten und einer Zeichnung nebst Kurzbeschreibung war es dem Künstler sogar möglich, die verschwunden geglaubte Datierung herauszuarbeiten: Der steinerne Zeuge stammt aus dem Jahr 1656. Das Steinmetzzeichen ist ebenfalls auf der Rückseite erkennbar.

Das sanierte Denkmal hat einen breiten Sockelstein, der den schweren Schaftfuß trägt. Darauf ist eine kniende betende Frau ausgemeißelt, über der sich ein Totenkopf befindet.

Der Schaft endet in einem wuchtigen Altartisch, auf dem sich nach oben führend eine Nische aufbaut. Auf dem Altartisch wurde bei Flurprozessionen das Sanctissimum, die mitgeführte Hostie, abgestellt. Um die Nische herum befinden sich an beiden Seiten Puttenköpfe (Engel) sowie je eine Vase mit Blumenschmuck.

Das massive Kreuz am oberen Ende schmücken ein Corpus sowie die Inschrift "INRI". Das 2,40 Meter hohe Kreuz ist aus Eifeler Rotsandstein gefertigt.