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Künstlerin Mimi van Bindsbergen stellt in malberg aus

Kunst : Und immer wieder Schloss Malberg

Die Künstlerin Mimi van Bindsbergen hat sich mit der Geschichte des barocken Kulturguts auseinandergesetzt und eine Ausstellung arrangiert sowie einen Film gemacht. Darin spielen die Einheimischen die Hauptrolle.

Wenn sie aus dem Fenster ihres Bauernhauses schaut, sieht sie Schoss Malberg. Überall – so empfindet es die Künstlerin – hat man das besondere Gebäude im Blick. Kein Wunder, dass Mimi van Bindsbergen sich auch künstlerisch mit dem barocken Kulturgut auseinandersetzt. Und so hatte sie schließlich die schöpferische Idee, das Schloss „da oben“ in Beziehung zu setzen zu den Menschen „da unten“. Dazu hat sie auch das Porträt der Ottilie von Breiten-Landenberg inspiriert, das sie im Schloss betrachtet hat und das sie fasziniert hat. Die Niederländerin hat im Internet recherchiert und schließlich Kontakt zu einer Nachfahrin geknüpft – zu Hildegunde von Landenberg. Bei einem Besuch hat sie  mehr über die Schlossbewohner da oben in der Feudalzeit erfahren.

„Da Oben Da Unten“ heißt die Ausstellung, die am Wochenende in den Räumen  der Schlossanlage eröffnet wird. Mimi van Bindsbergen zeigt in vier Räumen ihre Gemälde, Radierungen und Zeichnungen. Und es gibt einen Film zu sehen, in dem  die Malberger „da unten“ selbst zu Wort kommen. „Ich habe viele Interviews geführt, in denen sie von ihren Erinnerungen berichten. So ist ein wahres Zeitdokument entstanden. Das ist schön und interessant“, sagt Mimi van Bindsbergen ganz begeistert. Sie freut sich, dass das Projekt weitergeht, dass weitere Geschichten und Erlebnisse  erzählt werden von Eifelern, die auf dem Schloss gearbeitet oder sogar dort  gewohnt haben. Das klingt nach einem sehenswerten Film, der nicht nur Einheimische interessieren wird.

Dass sie sich so intensiv mit der Geschichte befasst, das hat sehr viel mit ihrer Begeisterung für die Landschaft zu tun, die sie schließlich bewogen hat, von den Niederlanden in die Eifel zu ziehen. Bei einem Urlaub hatten sie und  ihr Ehemann das Kylltal kennengelernt.  „Es war für uns wie eine grüne Insel mit kleinen Dörfern und unregulierter Landschaft, und diese Eindrücke sind uns im Kopf geblieben“, sagt die Künstlerin. Schließlich zieht das Paar 2018 ganz in die Eifel  in ein  „typisches Trierer Einhaus“, wie sie betont.  Und in der Eifel findet die 55-Jährige, die am 28. Juli Geburtstag feierte, auch die Inspiration für ihre Acrylbilder, ihre Radierungen  und Zeichnungen.

Bei ihrem Schaffen spielen die Natur und die  Symbiose von Mensch und Natur, die Verwurzelung eine wichtige Rolle. Sie selbst fühlt sich schon in der neuen Heimat verwurzelt, wie sie sagt.

Auch künstlerisch fühlt sie sich hier gut aufgehoben. „Es bewegt sich überraschend viel in Sachen Kunst in der stillen Eifel“, formuliert es die Niederländerin, die ihre Werke ebenso in internationalen Gruppenausstellungen und Kunstprojekten gezeigt hat wie auch beispielsweise in  Bad Münstereifel, Daun, Heimbach und Schönecken.

Die Zusammenarbeit mit  anderen Kreativen in der Eifel ist für Mimi van Bindsbergen sehr wichtig.  Und wenn verschiedene Disziplinen zusammenkommen wie Malerei, Fotografie, Bewegungskunst, Film und das geschriebene Wort, dann findet sie das besonders spannend. Ihr schwebt als größere Idee vor, alle Genres in einem Kunstwerk zu vereinen. Aber das ist sozusagen Zukunftsmusik. Und dabei sei auch ein Blick in die Vergangenheit erlaubt. Auf die Frage, wie sie zur Kunst gekommen sei, sagt Mimi van Bindsbergen: „Zeichnen war für mich immer eine Selbstverständlichkeit, das Bedürfnis dazu  war immer da.“

Mimi van Bindsbergen hat das Gesicht der Ottilie Freiin von Breiten-Landenberg in dieser Radierung festgehalten. Foto: TV/Ton Broers

Und das haben ihr auch ihre Eltern bestätigt: Sie habe als Kind immer Bleistift und Papier dabei gehabt und einfach angefangen. Die Kinderzeichnungen gibt es in der Ausstellung auf Schloss Malberg nicht zu sehen, aber dafür viele interessante Werke – und den Film nicht zu vergessen. Und die Künstlerin selbst wird sonntags  im Schloss anzutreffen sein – mit Ausnahme vom 16. August.