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Kultourtal-Straße am Dreiländereck eröffnet

Kultur : Grenzenloses Dreiländereck: Die Kultourtal-Straße ist eröffnet

Die Kultourtal-Straße von Lützkampen-Welchenhausen nach Stupbach ist am Samstag eröffnet worden. Entlang der Strecke: lauter Kunst.

Da steht er, der „Stamm-Tisch“: Drei schwere, lange Eichenbalken, zwei unten, einer mittig darüber, getrennt durch steinerne Querstreben, die die römischen Ziffern aus der Welchenhausener Kapelle symbolisieren. Entworfen von Esther Wiswe aus Nasingen, zusamengebaut von Bürgern aus der Umgebung – ein massives Objekt, das zugleich eine fast filigrane Eleganz ausstrahlt.

Und das, ganz im Sinn der Künstlerin und des beauftragenden Museumsvereins der Wartehalle Welchenhausen, gleich am Tag seiner Einweihung von den Besuchern fröhlich genutzt wird: zum Klettern, zum Sitzen, zum Schwatzen.

 Sie entwarf den "Stamm-Tisch": Esther Wiswe aus Nasingen.
Sie entwarf den "Stamm-Tisch": Esther Wiswe aus Nasingen. Foto: Fritz-Peter Linden

Nicht nur der Stamm-Tisch wird an diesem Samstag eingeweiht – sondern auch die „Kultourtal-Straße“, initiiert vom Museumsverein, mit weiteren Objekten entlang des 2,5 Kilometer langen Abschnitts zwischen Welchenhausen und dem Nachbarort Stupbach (der TV berichtete).

 Stelldichein am Grenzübergang: Die Kultourtal-Straße" ist eröffnet.
Stelldichein am Grenzübergang: Die Kultourtal-Straße" ist eröffnet. Foto: Fritz-Peter Linden

Wie wichtig solche verbindenden Projekte sind – alle Redner betonen es an diesem Tag: „Es hat Jahrzehnte gedauert, die Grenzen abzutragen“ sagt der Vereinsvorsitzende Christof Thees. Umso wichtiger gerade in den Zeiten eines zerstrittenen Europa, weiter dazu beizutragen. Eine Botschaft, die auch Isabelle Weykmans, Kulturministerin der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, hört: „In dieser Grenzregion wird Europa gelebt“, sagt die Ministerin und gratuliert dem Verein für seine erfolgreiche Arbeit.

 Stelldichein am Grenzübergang: Die Kultourtal-Straße" ist eröffnet.
Stelldichein am Grenzübergang: Die Kultourtal-Straße" ist eröffnet. Foto: Fritz-Peter Linden

Auch Andreas Kruppert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld, rühmt den Museumsverein und die Früchte, die seine Initiative in den vergangenen Jahren trug – ein wirksames Gegenmittel gegen „die unsäglichen Debatten der letzten Tage“. Und so, sagt Landrat Joachim Streit, soll es auch weitergehen: Der Kreistag und die Bitburger Dr. Hanns-Simon-Stiftung werden den Museumsverein mit einer sechsstelligen Summe ausstatten – für ein großes, selbstverständlich ebenfalls grenzüberschreitendes Bildhauer-Symposion. Auch dafür gibt es bei der Eröffnung der Kultourtal-Straße viel Applaus.

Genauso wie für den Vorschlag von Lützkampens Ortsbürgermeister Manfred Schoden: Auf diesem Stammtisch, sagt er, könne er sich gut vorstellen, einmal eine öffentliche Gemeinderatssitzung abzuhalten. Das wär’s doch.