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Kunos heiße Pfanne gegen Heißhunger und Anstrengung

Kunos heiße Pfanne gegen Heißhunger und Anstrengung

GEROLSTEIN/MALBERG. Trotz hochsommerlicher Temperaturen ließen sich viele Radsport- und Inlinebegeisterte nicht davon abhalten, an der fünften Auflage des Raderlebnistages "Kylltal aktiv" teilzunehmen.

Die brütende Hitze machte allen zu schaffen. Nicht nur Mineralwasser und Wasser flossen in Strömen, auch der Schweiß stand allen zwangsläufig auf der Stirn. Mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius war gestern zwar ein herrlicher Sommertag, fürs Radfahren und Inlineskaten manchen Drahhteselfreunden aber doch wohl einen Tick zu heiß. "So blieben vermutlich doch etliche Menschen zu Hause im Schatten, die sonst noch hierher gekommen wären. Wir sind trotzdem sehr zufrieden", sagte Willi Müller, Leiter der Kurverwaltung in Kyllburg. Auf dem südlichen Teil der Strecke war er mit den Vorbereitungen betraut. In Kyllburg, wo gleichzeitig die Sommerkirmes gefeiert wurde, herrschte in den Zelten gegenüber dem Bahnhof den ganzen Tag Hochbetrieb. Jede Menge Musik und Unterhaltung, Spielmöglichkeiten für die Kinder und erfrischende Getränke waren im Angebot. Am südlichen Endpunkt der Strecke liegt Malberg. Um den romantischen Ort zu erreichen, dessen Wahrzeichen das zu neuem Leben erweckte Barockschloss ist, mussten die Radler über den Kyllberg. Wer diese bei der Hitze spürbare Anstrengung meisterte, wurde in Malberg reichlich belohnt. Schon auf der Strecke vorher warben die Kunos (wie die Malberger auch genannt werden) mit Werbeplakaten für ihr zünftiges Essen aus der großen "Kunopfanne". "Das war sehr schmackhaft", stellten Ute und Bernd aus Gerolstein fest, die vom Start in der Brunnenstadt bis zum Endpunkt geradelt waren. Am Ausgangspunkt war's nicht minder heiß, aber die Radler wurden mit einem bunten Programm entschädigt. Auf dem Gelände der Firma "Leka" in Densborn waren Motorräder und alles, was zu einem motorisierten Picknickausflug dazu gehört, ausgestellt. Die Kinder drängten sich um das Bullenreiten. Auswahl von Burgführung bis Hüpfburg

In Mürlenbach führten Hinweisschilder und urig klingende Musik die Besucher zu einem kleinen Trödelmarkt. Auf der Bertradaburg nutzen viele Radfahrer die Möglichkeit, eine Burgführung in ihre Tour einzuschieben. Auch in Birresborn kamen die Kinder auf ihre Kosten: Hüpfburg und Schminkecke ließen ihre Herzen höher schlagen. In Gerolstein wurde es futuristischer: In großen, sich in verschiedene Richtungen bewegenden Ringen galt es, Boden und Himmel noch auseinander halten zu können. Für die eingefleischten Radfans wurde die Tour de France auf einer großen Leinwand übertragen. Maren Schneider war begeistert von dem autofreien Tag: "Meine Kinder können gefahrlos auf der Straße fahren und ich kann links und rechts endlich mal die Landschaft betrachten." Jens Zickler gefiel der Gemeinschaftssinn: "Hier fährt zwar jeder sein eigenes Tempo, aber es wird Rücksicht genommen. Irgendwie ist keiner aggressiv." Großer Betrieb herrschte auch in St. Thomas. Auf dem Platz am Gemeindehaus war Treffpunkt für viele Radfreunde und Wanderer. Das musikalische und kulinarische Angebot konnte sich sehen lassen. Die Bürger luden nicht nur zum Radlergottesdienst ein, sondern hatten auch den Mittagstisch reichlich und gut gedeckt. Die gesamte Dorfgemeinschaft hatte sich engagiert. Der Erlös des gesamten Tages wird für den Neuanstrich des Gemeindehauses und für die Neuanschaffung von Ausrüstungsgegenständen für die Feuerwehr verwendet. Die Zendscheider hatten sich in diesem Jahr etliches Neues einfallen lassen. So konnten sich die Besucher im Vorübergehen einmal ansehen, wie schnell und sicher heutzutage Brennholz kellerfertig aufbereitet wird. Mit Wild-Spezialitäten, Kaffee und Kuchen sowie einem Stabpuppentheater für die Kinder war jede Menge los vor Ort.