Kunstparcours Schönecken eröffnet am 18. August den dritten Teil

Kultur : Die Kunst, die Erde und der ganze Rest

Unter dem Titel „Heimat 2019: Planet Erde“ nimmt der Schönecker Kulturkreis bis Oktober mit wechselnden Ausstellungen am rheinland-pfälzischen Kultursommer teil. Die zweite Runde endet am Sonntag, 11. August.

Die Grazie einer Balletttänzerin, die Körperspannung eines Akrobaten und das ganze freihändig balancierend auf dem Rüssel: Ursula Greibs Bronzeplastik „Übermütiges Schweinchen“ wirkt auf dem ersten Blick humorvoll, ruft man sich den Titel des aktuellen Schönecker Kunstparcours in Erinnerung – Heimat 2019: Planet Erde – schwingt angesichts seiner unbekümmerten Fröhlichkeit gleich bittere Melancholie auf. „Sie hat sich dem Thema mit viel Leichtigkeit genähert. Die Skulptur ist mit Sicherheit einer der großen Blickfänge in der aktuellen Ausstellung“, sagt Hilda Dogan vom Kulturkreis Altes Amt.

Nur noch zwei Wochen haben Kunstinteressierte Zeit, um Greibs Schweinchen in der Blauen Galerie zu bewundern. „Ihm zur Seite gestellt wurden übrigens Arbeiten von Anna Stelloh und Ulrike Stolze“, sagt Hilda Dogan. Spannend seien zum Beispiel Stellohs Monotypien. „Auch sie hat sich mit Tieren befasst – diesmal in Form von Monotypien.“ Doch auch sie werden nur noch wenige Tage zu sehen sein. Am Sonntag, 11. August, wird der zweite Ausstellungszyklus des 26. Kunstparcours abgebaut. Eine Woche hat dann das Team des Kulturkreises Zeit, um den dritten Teil der von Mai bis Oktober dauernden Mammut-Ausstellung vozubereiten.

Wie bereits in den ersten zwei Teilen die im Frühjahr und frühen Sommer gezeigt wurden, verteilt der Kulturkreis Altes Amt auch den dritten Teil der Schau ab 18. August über den gesamten Flecken.

Im Alten Amt (Alter Markt 1) stellt der Hersdorfer Maler und Grafiker Rüdiger Houba mit Schülern seiner Malkurse gleich auf zwei Etagen aus. Wenige Meter weiter in der Straße Hinter Isabellen baut Houba zudem eine Schaufenstergalerie in der Handweberei Thomé auf.

Auch die Burgkapelle wird wie gewohnt als Ausstellungsraum genutzt. Die einstige Hauskapelle der Burg Schönecken wird bis Ende September zur Heimat für Werke des Eckfelder Künstlers Michael Hussmann, der dort einige seiner Skulpturen aufbaut. Dagmar Engels wiederum hat für den Raum eine Installation zum Kultursommerthema Thema „Heimat“ vorbereitet.

In den drei Räumen der Blauen Galerie wiederum werden Anne Schwarzat aus Feusdorf und Trudy Wiebus aus Bruch gemalte Arbeiten zeigen, begleitet von Holzskulpturen des Bildhauers Werner Graetz, ebenfalls aus Bruch.

So zufrieden man mit der gezeigten Kunst sei –  mit dem Zuschauer-Zuspruch könne es besser laufen, merkt Hilda Dogan an. Die Besucherzahlen sind im Vergleich zu den Anfangsjahren stark zurück gegangen. „Das entmutigt mich nicht und wir machen sicher weiter, aber es ist schon ein bisschen traurig“, sagt sie. Wobei die Hitze der vergangenen Wochen sicher auch ihren Teil zur Zurückhaltung der Gäste beitragen habe. Schaue man sich aber die Entwicklung an, sei nur eins festzustellen: „Mit den Jahren ist es deutlich schwieriger geworden, die Leute  für Kunst zu begeistern.“ Selbst die Touristen seien zurückhaltender: „Sie kommen noch immer in die Burgkapelle, stoßen da aber eher zufällig auf den Kunstparcours.“

Dabei sei gerade das aktuelle Motto spannend. „Es orientiert sich ja weitestgehend an dem des Kultursommers: Heimat/en“, sagt Hilda Dogan. Für Schönecken sei er etwas modifiziert  worden. „Heimat ist im weiten Sinne ja auch unser Planet Erde – allerdings gefolgt von der Frage, ob der nicht ein ‚verlorenes Paradies’ ist“, erläutert sie. Nicht alle ausstellenden Künstler seien darauf direkt eingegangen, viele habe es zu Landschaften und Naturmotiven motiviert, andere seien dann aber doch subtil – wie zum Beispiel Ursula Greib mit ihrem Schweinchen – damit umgegangen. „Es ist auch für uns immer wieder spannend“, sagt Hilda Dogan.

Die zweite Ausstellungsrunde ist noch zu sehen bis Sonntag, 11. August. Die Öffnungszeiten: sonntags, von 14.30 bis 17 Uhr, werktags kostenlose Führungen nach Vereinbarung unter Telefon 06553/3389. Am Sonntag, 18. August, beginnt Teil der dritte Teil. Weitere Informationen im Internet unter: www.galerie-dogan.de

Mehr von Volksfreund