KunstRoute beeindruckt beim Besuch Kyllburgs

Kunst im Stadtbild : KunstRoute begeistert die Besucher

Die Besucher der Kurstadt Kyllburg staunen derzeit nicht schlecht: Von der Brücke aus sind zwei Wasservögel zu sehen, die die Szene am Wehr beherrschen. Sie sind Teil der KunstRoute.

Die KunstRoute Kyllburg mit insgesamt 16 Installationen verschiedener Künstler aus dem In- und Ausland startete am 1. Juni und ist noch bis Ende August zu bestaunen. Der Rundgang beginnt auf der Kyllbrücke, führt durch den Stadtwald Hahn und endet an der Stiftskirche.

 Zwei überdimensional große Vogelstatuen stehen am Wehr in der Kyll. Sie sind aus Weiden geflochten. Anmutig beherrschen sie die Umgebung, scheinen ein Wesen zwischen einem Storch, einem Reiher und einem Kranich zu sein. „Diese Vögel stellen die Verbindung zum Land her, da sie immer dorthin zurückkehren, von wo sie herkommen, selbst wenn sie um die ganze Welt geflogen sind“, erklärt Jan Sajdak die von ihm geschaffenen Kunstobjekte.

Der Künstler ist Jahrgang 1987, geboren in Warschau. Sajdak verarbeitet verschiedene Materialien, schafft Skulpturen, Landart, Zeichnungen und Druckgrafiken. Sein ethnologisches Interesse führte ihn auch dazu, traditionelle Webtechniken zu integrieren, die er jetzt für seine Skulpturen verwendet. Neben diesen Wasservögeln hat Jan Sajdak auch die großen Waldvögel, die schwebend zwischen den Bäumen im Stadtwald Hahn hängen, gefertigt. Ein ebenso imposantes Kunstwerk hat die polnische Künstlerin Ewa Dabrowska, Jahrgang 1989, geschaffen. Mit der Installation des „Kroppemaan“ spannt sie den Bogen zu einer Sage in der Kyllburger Waldeifel. Sie bezieht sich auf die örtliche Legende vom „Kroppemaan“, der in der Kyll haust und versucht, Kinder zu sich ins Wasser zu ziehen.

Diese Kreatur ist eindeutig dazu gedacht, Kinder vom Fluss fernzuhalten. Bei Ewa Dabrowska ist er aus dem Wasser gekommen, um sich im Wald auszuruhen. Sie formte ihn aus Treibholz, Zweigen und Ästen, die gebleicht und gealtert sind vom Flusswasser und eine übermannsgroße Skulptur als muskulösen Körper mit fischähnlichem Kopf darstellen.

Eine Markierung des Künstlers Ben Hirtz, Jahrgang 1955, macht auf etwas aufmerksam, das schon die ganze Zeit da ist, aber nicht wahrgenommen wird, eine alte Mauer. Sie fordert auf, sich damit auseinander zu setzen. Es ist ein Akt der Bewusstwerdung, erklärt Hirtz seine Idee.

Oliver Rijcken, geboren 1967 in Aduard (Niederlande), ist Illustrator und Künstler und der Initiator der KunstRoute Kyllburg. Seit 2011 beschäftigt er sich mit der Herstellung von Dolers: auf Wände gemalt, in Holz geschnitten, an Sandstränden geharkt oder auf Rasenflächen gemäht und nun in Kyllburg an einer Wand an der alten Mühle. Die Wandmalerei mit Silikatfarbe zeigt ornamentale Muster, die Rijcken Dolers nennt. Sie bedeuten Bewegung, die Verbundenheit der Dinge und den Weg finden in einer sich ständig verändernden Welt. Das Muster enthält Formen, die in verschiedenen Kulturen auf der ganzen Welt verwendet werden. Auch weitere Installationen hat Rijcken erstellt oder angeregt. Eine Reihe von Bäumen wurde mit bunten Wollstreifen markiert. Zusammen bilden sie einen Regenbogen. Die Installation erfolgte in Zusammenarbeit mit den Damen vom Shop-in-Shop Strickcafé von Roos Linders. Zusammen strickten sie über 150 Wollstreifen und halfen dabei, diese an den Bäumen zu befestigen.

Weitere Informationen auf der Internetseite https://kunstroute-kyllburg.de.

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