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Kuriose Postenverteilung in Arzfeld

Kuriose Postenverteilung in Arzfeld

Nicht die stärkste, sondern die kleinste Fraktion stellt im Rat der Ortsgemeinde Arzfeld den ersten Beigeordneten, und zwar die SPD mit Ernst Hitzges. Die Genossen hatten sich darauf mit der FWG geeinigt, aus deren Reihen auch der neue Ortsbürgermeister Peter Antweiler kommt.

Arzfeld. Da habe man dann wohl "eine Klatsche" bekommen, sagt Herbert Zahnen von der Arzfelder CDU: Nicht seine Fraktion, mit sieben von 16 Mandaten die stärkste im neuen Ortsgemeinderat, erhielt in der konstituierenden Sitzung den erwarteten Posten des ersten Beigeordneten, sonden die SPD (vier Sitze).
Denn die Sozialdemokraten hatten sich mit den Freien Wählern (FWG, fünf Sitze), aus deren Reihen auch der neue Ortsbürgermeister Peter Antweiler stammt, auf Ernst Hitzges geeinigt.
So wählten die beiden Fraktionen den früheren Ortsbürgermeister Hitzges zum ersten Beigeordneten, zweiter Vertreter des Gemeindechefs wurde Paul Dohm (FWG). Dennoch, sagt Zahnen, "wollten wir nicht die beleidigte Leberwurst spielen und haben als dritte Beigeordnete Silvia Pick-Burbach vorgeschlagen - und die ist dann auch durchgegangen."
Der Vorgang sei zumindest ein bisschen überraschend, sagt Zahnen. Und verweist auf den Streit um die Beigeordnetenposten im Rat der Verbandsgemeinde Arzfeld (der TV berichtete)."Die Chemie muss stimmen"


Dort hatte sich die SPD-Fraktion darüber empört gezeigt, weil entgegen vorheriger Absprachen im Ältestenrat ihr Kandidat Alfred Pick nicht zum zweiten Stellvertreter von VG-Chef Andreas Kruppert gewählt worden war. Denn ursprünglich war vereinbart gewesen, die Beigeordneten nach Stärke der Fraktionen zu bestimmen. Für Zahnen schwer verständlich, dass dieser Modus dann nicht für den Ortsgemeinderat ebenfalls gelten solle, "nach gutem parlamentarischem Brauch". Der Fall im Verbandsgemeinderat sei indessen etwas anders gewesen, sagt hingegen SPD-Fraktionschef Rainer Hoffmann: Dort habe es Absprachen gegeben, an die sich nicht gehalten worden sei.
Im Rat der Ortsgemeinde hingegen (auch dort ist Hoffmann Fraktionssprecher) sei der Beigeordneten-Vorschlag der CDU, Klaus Hostert, von den anderen Fraktionen abgelehnt worden, weil er bei der Kommunalwahl als Bürgermeister-Kandidat gegen Antweiler angetreten sei. Rainer Hoffmann: "Und das ist natürlich schlecht, wenn der erste Beigeordnete der ehemalige Gegenkandidat ist. Die Chemie muss schon stimmen zwischen dem Ortsbürgermeister und dem ersten Beigeordneten."
Der neue Gemeindechef, der bei der Wahl deutlich gegen Hostert gewann, unterstreicht, dass es keine persönlichen Animositäten gegen den Ex-Mitbewerber gebe und auch keinen Streit. "Gar nicht", sagt Antweiler. Aber "mir war als Beigeordneter einer lieber, der mir nahesteht". Das wäre FWG-Mann Paul Dohm gewesen. Die SPD habe dann aber Ernst Hitzges als ersten Stellvertreter vorgeschlagen - und mit dem "habe ich einen erfahrenen und verlässlichen Beigeordneten an meiner Seite". Letzten Endes sei es ein faires Verhalten gewesen, "bei dem sich alle Beteiligten an ihr Wort gehalten haben. Ich finde, dass diese Lösung für Arzfeld und die Bürger die beste war."Meinung

Possenspiel Postenschacher
Beigeordnete sind Stellvertreter, Auswechselspieler. Dass es bei der Frage, wer hier seinen Mann oder seine Frau durchbringt, in diesen Tagen immer wieder zu seltsamem Geschacher kommt - siehe auch bei den VG-Räten in Bitburger-Land und Arzfeld -, lässt nicht allzu frohgemut auf die künftige Arbeit blicken. Immerhin: In der Ortsgemeinde Arzfeld hat die Angelegenheit offenbar nicht zu größeren Verwerfungen geführt. Aber so richtig mit Ruhm bekleckert haben sich jedenfalls diesmal alle nicht. fp.linden@volksfreund.de