Kuriosum an der Kirchentür

Kuriosum an der Kirchentür

Auf den Höhen der Schneifel, direkt an der belgischen Grenze, liegt die Gemeinde Auw bei Prüm. Seit dem vergangenen Jahr leitet Peter Eichten die Geschicke des Orts.

Auw. Seit 15 Jahren ist der selbstständige Maschinenbauer Peter Eichten (CDU) im Gemeinderat von Auw bei Prüm, davon fünf Jahre als Beigeordneter. In 2009 wählte ihn die Bevölkerung zum Ortsbürgermeister. Eines seiner wichtigen Ziele: "Wir müssen die jungen Leute im Dorf halten, deshalb wurde das Baugebiet "In der Klong" mit 25 Baustellen erschlossen."

Günstiges Bauland für junge Leute



Neben der schönen Lage wirbt die Gemeinde vor allem mit günstigen Baulandpreisen: Nur 21 Euro pro Quadratmeter einschließlich Abwasser und verkehrsmäßige Erschließung werden für die Grundstücke verlangt.

Doch nicht nur in neue Baugebiete hat die Gemeinde investiert: In den vergangenen Jahren wurden die Kanäle und Gemeindestraßen erneuert sowie ein Feuerwehrhaus errichtet. Keine leichte Aufgabe angesichts eines Haushaltsbudgets von rund 450 000 Euro. "Gewerbesteuer und Schlüsselzuweisungen sind die Haupteinnahmequelle, aber an Verbandsumlage müssen wir 140 000 Euro abführen", sagt Eichten. Für zusätzliche Einnahmen wurden in den vergangenen Jahren 40 Hektar Wald verkauft, so dass noch 25 Hektar im Gemeindebesitz sind. Doch derzeit können nicht alle Vorhaben verwirklicht werden. "Wir wünschen uns einen Saalneubau", sagte Eichten. Denn nach dem Abbruch des Gasthauses Leinen ist kein entsprechender Raum mehr vorhanden, zur Kirmes muss ein Zelt aufgebaut werden. Eine ungünstige Situation für die vielen Vereine im Ort, die sich stark engagieren. So kümmert sich die DJK Auw um die Sportanlagen und der Angelverein um den Stausee. In Eigenleistung werden auch die Wirtschaftswege und der Friedhof unterhalten.

Im Gewerbeverein entsteht derzeit eine Photovoltaik-Anlage. Als Kuriosum bezeichnet Peter Eichten den Griff in Gestalt einer Kuh an der Eingangstüre zur Pfarrkirche. Bei Erweiterung der Kirche rief der Pfarrer zur Spende auf und jeder Bürger zeichnete damals eine Kuh - so kam schließlich eine Kuh an die Kirchentür.EXTRA Zur Gemeinde Auw mit 719 Einwohnern zählen noch die Ortschaften Schlausenbach, Verschneit, Laudesfeld, Herzfenn und Wischeid. Es sind 15 Vollerwerbslandwirte vorhanden, eine Baufirma beschäftigt 400 Arbeiter. Weitere Gewerbebetriebe: zwei Landmaschinenhändler, Elektrobetrieb, Maschinenbauer, Industriemontage, Baumontagefirma und Baureparaturbetrieb sowie Gala-Bau. Vereine: Sportverein DJK, Feuerwehr mit Jugendfeuerwehr, Angelverein, Männergesangverein, Kirchenchor, Butschenclub und Junggesellenverein. Grundschule, Sportplatz und Kindergarten sind im Ort. (jtz)