Kurts neue Idee

Den Kurt Weiser aus Herforst kenne ich noch aus der Zeit, als die Mitgliedschaft bei der SPD für brave Eifeler noch ausreichend Grund war, sich zu bekreuzigen und die Straßenseite zu wechseln. Das ist in Teilen des Kreisgebiets zwar immer noch so.

Aber wie ich gehört habe, ist auch nicht mehr jeder Christdemokrat in den nördlichen Gefilden ein gern gesehener Gast. Und auch einige nordkreisliche Schwarze haben einen zweifelhaften lateinischen Ehrentitel verpasst bekommen. Mindestens zwei von ihnen gelten als persona non grata in den südlichen Gefilden des Landkreises. Zu Deutsch: Denen wird am besten noch nicht einmal "Guten Tach" gesagt. Womit wir wieder bei Kurt Weiser sind. Denn der hat sich bei den Militärs unbeliebt gemacht. Dem Herforster gehen die Tiefflieger auf die Nerven, Triebwerkstests auf der Air-Base Spangdahlem rauben ihm den Schlaf. Bisher hat er mit E-Mails, Anrufen und Briefen seiner Wut über dem Lärm Luft gemacht. Genutzt hat das wenig. Den wenn gar nichts mehr hilft, zogen seine Gesprächspartner die Allzweckwaffe namens "militärische Notwendigkeit" aus dem Hut. Nun arbeitet Kurt Weiser an einer ganz neuen Idee: Eine Kommunalreform gegen den Krach. Aus freien Stücken soll sich seine Heimatgemeinde mit anderen Orten rund um den Flugplatz zusammenschließen, bis eine Kommune mit 100 000 Einwohnern entstanden ist. Hat ein Ort so viele Anwohner, dürfen nämlich die Jets nicht mehr so tief fliegen wie bisher. Das würde in Trier so sein, und würde für die Großgemeinde Herforst ebenfalls gelten. Die Sache hat natürlich einige Haken. Es wohnen rund um die Air-Base einfach zu wenig Studenten, die aus Angst vor der Zweitwohnsitzsteuer zu Herforstern werden wollen. Und außerdem würden sich die meisten Ortsgemeinden in der Eifel eher einen Triebwerkteststand neben das Gemeindehaus setzen lassen, als dass sie mit dem Nachbardorf gemeinsame Sache machen.

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