Kyllburg mausert sich weiter

Kyllburg mausert sich weiter

Die Kyllburger geben jetzt richtig Gas, um gegen die leerstehenden Schaufenster in der Innenstadt vorzugehen. Erst gab es auf der Grünen Woche in Berlin einen Preis im bundesweiten Wettbewerb "Kerniges Dorf". Als Nächstes macht die Wanderausstellung "Tatort Leere" vom heutigen Freitag bis Sonntag halt in der Stadt.

Kyllburg. In Zukunft soll die Kyllburger Jugend mehr mitmischen, wenn es um den Kampf gegen die gähnend leeren Schaufenster in Kyllburgs Innenstadt geht. Verständlich ist das vor dem Hintergrund, dass sie schließlich die Bewohner von morgen sind.
Loslegen können die Jugendlichen damit bereits an diesem Wochenende. Von heute bis Sonntag macht die Wanderausstellung "Tatort Leere" halt in Kyllburg. Die interaktive Ausstellung ist von der Energieagentur Rheinland-Pfalz initiiert und stellt in mehreren leerstehenden Gebäuden in der Stadt aus. Dabei gibt es Informationen rund um das Thema Ladenleerstand. Dazu zeigt die Ausstellung auch kreative Lösungswege auf.
Praktisch wird es für alle Jugendlichen am Samstag von 11 bis 16 Uhr im ehemaligen Kindergarten am Marktplatz 19. Dort entwickeln junge Kyllburger unter Anleitung von Berliner Designern und der Energieagentur eigene Ideen zur Belebung ihrer Heimatstadt.
Eröffnet wird das Ausstellungswochenende am heutigen Freitag um 17 Uhr im ehemaligen Hotel Eifeler Hof mit einem Fachdialog. Eingeladen sind alle Interessierten. Der Eintritt ist frei. Nach den Vorträgen "Ladenleerstandsentwicklung - Aktuelle Situation und Herausforderungen" und "Zwischennutzungsideen und ihre praktische Umsetzung" lädt die Stadt Kyllburg zum ersten Mal zu einem Neujahrsempfang mit dem Holzbläserensemble Frollein Klarinette ein.
Zusätzlich gibt es am Samstag und Sonntag jeweils um 14.30 Uhr kostenlose Führungen durch die Innenstadt und das Schloss Malberg.
Damit setzt Kyllburg seine Offensive gegen den Ladenleerstand in der Stadt fort. Gemeinsam mit der Eigentümerin des Kyllburger Hotels Müller und Stadtbürgermeister Wolfgang Krämer gründete der Düsseldorfer Kyllburg-Liebhaber Dietmar Wolf unter dem Namen "Kunst Kultur Kyllburg" die Offensive 2012. Und die war so erfolgreich, dass Kyllburg erst Mitte Januar auf der Grünen Woche in Berlin mit einem Preis im bundesweiten Wettbewerb "Kerniges Dorf" ausgezeichnet wurde (siehe Extra).
Warum? Weil es der Initiative mit Hilfe von Lesungen, Ausstellungen und Kunstaktionen, mit Hilfe ehrenamtlicher Helfer, die Plätze von Müll befreien, Schaufenster dekorieren und die Werbetrommel rühren, gelungen ist, die Altstadt wieder zu beleben.
Und das soll auch 2014 weitergehen. Im April soll es einen Poetry Slam geben, im Sommer eine Biografie-Werkstatt. Und auch ein Kunsthandwerkermarkt, weitere Ausstellungen und Lesungen sind geplant.
Extra

Leerstehende Geschäfte und Wohnhäuser sind in vielen Dörfern die Folgen des demografischen Wandels. Deshalb hat das Bundeslandwirtschaftsministerium im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs unter dem Motto "Kerniges Dorf: Ortsgestaltung durch Innenentwicklung" zukunftsweisende Ideen zur Dorfgestaltung prämiert. Diese sollen gemeinsam mit der Bevölkerung umgesetzt worden sein und Vorbildcharakter für ähnlich strukturierte Gemeinden haben. Unter etwa 100 Bewerbern war Kyllburg kürzlich eine von sechs Gemeinden bundesweit, die ausgezeichnet wurden. mehi/red

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