Kyllburger entwickeln Ideen für die Zukunft

Kyllburger entwickeln Ideen für die Zukunft

Seit Jahresbeginn haben die Kyllburger Bürger gemeinsam mit ihrer Verwaltung und unter fachlicher Begleitung der Regionalentwicklungsagentur Entra einen genauen Blick auf ihre Stadt geworfen, die Lage analysiert und Ideen für die Zukunft entwickelt. Im abschließenden Workshop hat sich gezeigt: Vieles ist seitdem in Bewegung geraten.

Kyllburg. Wir schreiben das Jahr 2030: Wolfgang Krämer, seit nunmehr 21 Jahren Stadtbürgermeister von Kyllburg, hat gerade gemeinsam mit engagierten Bürgern den Demografiepreis Eifel 2030 in Empfang genommen. Auf einer Pressekonferenz schildert er, wie damals - vor 15 Jahren - alles begann: Wie seine Stadt nach jahrzehntelanger Talfahrt zu einer rasanten Entwicklung ansetzte, wie die Einwohnerzahl wuchs und Kyllburg als erste Stadt Deutschlands zu einem eigenen Intranet kam.
Mit auf dem Podium sind die Projektentwickler der Stadt, eine Vertreterin der Entwicklungsagentur Entra, die den Prozess damals zu Beginn begleitet hat, und Rainer Zeimentz von der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz, zuständig für die Finanzierung. Zugegeben - eine Vision.
Eine schöne Vision und zugleich ein strategischer Schachzug von der Regionalentwicklungsagentur Entra: So müssen sich alle Beteiligten positionieren, ihre Ziele bis 2030 klar definieren und die einzelnen Schritte dahin benennen. Es werden noch viele weitere einzelne Schritte nötig sein, aber die Kyllburger sind bereit, sie zu gehen.
Georg Zahnen engagiert sich in der Gruppe Standortmarketing: "Wir wollen einen Newsletter ins Leben rufen, der für Mitbürger ohne Internet auch in gedruckter Form zur Verfügung steht. Da geht die Information aber immer nur in eine Richtung. Unser Endziel ist daher ein Intranet für die Stadt." Das solle die Kommunikation untereinander und unter den Vereinen fördern. "Ich bin sicher, dass es dafür Unterstützung gibt", so Zahnen. Ein konkretes Treffen soll nun vereinbart werden. Philipp Thomas will sich für eine Datenbank engagieren. Darin sollen alle brachliegenden Ressourcen gebündelt werden: Grundstücke, Geschäftsideen, aber auch Menschen, die ihre Arbeitskraft einbringen wollen.
Drei Mitfahrerbänke


Josef Hendriks glaubt, dass ein Wohnmobilstellplatz mit Möglichkeiten zur Ver- und Entsorgung von Müll und Wasser machbar und nicht zu teuer wäre: "Die Touristen würden dann auch die heimische Gastronomie nutzen." Und sich vielleicht wundern über die Bänke in der Farbe "kommunal-orange", die bis zum Ende der Ferien an drei Standorten aufgestellt werden: Oberhalb vom Lidl, beim Edeka am Bahnhof und beim Schreibwarenladen Atzhorn. Das ist ein erstes konkretes Ergebnis der Arbeitsgruppe Mobilität. Es sind Mitfahrerbänke, die Menschen ohne Auto die Überwindung der steilen Wege in Kyllburg erleichtern sollen. Voraussetzung sind Vertrauen und der Gemeinschaftssinn aller. "Was hier passiert, ist schon passiert, bevor Entra an den Start ging", resümiert Zeimentz. "Denn es gab Menschen, die mit dem Zustand nicht zufrieden waren." Als Mitarbeiter der Entwicklungsagentur weiß er, dass solche Projekte wie der Strategiecheck jedoch kein schnelles Heilmittel sind. Aber er ist sicher: "Kyllburg wird sich touristisch erholen und könnte zu einem Stabilisierungspunkt in der Region werden."