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Kyllburger KunstRoute kann weitergehen

Neuauflage für Sommer 2021 geplant : Kyllburger KunstRoute kann weitergehen

Begeistert waren die Besucher vor zwei Jahren von den 16 Objekten verschiedener Künstler, die auf dem Hahn, rund um Stiftskirche und auf der Kyllbrücke zu sehen waren. In diesem Sommer soll es eine Neuauflage geben. Die Planungen laufen.

Vom Erfolg der KunstRoute waren die Organisatoren und Künstler vor zwei Jahren selbst überrascht. Olivier Rijcken, Illustrator, Künstler und Mitorganisator berichtet: „Viele Besucher von Kyllburg haben sich das angesehen, sich vor den Objekten fotografieren lassen und einige davon haben wir auch verkauft.“

Dabei waren etwa zwei überdimensionale Vogelstatuen, die am Wehr an der Kyll gestanden haben. Jan Sajdak hatte sie aus Weiden geflochten. „Sie stellen die Verbindung zum Land her, da sie immer dorthin zurückkehren, von wo sie herkommen, selbst wenn sie um die ganze Welt geflogen sind“, sagte der Künstler. Ihre anmutige Ausstrahlung hatte die Besucher fasziniert, und schließlich wurden sie auch verkauft.

Der Star der KunstRoute war der „Kroppemaan“, den die Künstlerin Ewa Dabrowska aus Zweigen, Treibholz und Ästen gestaltet hat. Er weist auf die örtliche Legende vom „Kroppemaan“ hin, der in der Kyll haust und versucht, Kinder zu sich ins Wasser zu ziehen. Die große Skulptur stellte ihn mit athletischer Rumpfposition und fischähnlichem Kopf dar. Auch er hat bei einer Privatperson, die ihn gekauft hat, ein dauerhaftes Zuhause gefunden.

Von den weißen Porzellanfiguren, die in den Bäumen hingen und sich gegenseitig anschauten, sind jetzt noch einige im Wald. Ebenso sind die bunten Wollstreifen, die in Zusammenarbeit mit dem Strickcafé entstanden sind, noch zu sehen. Von einem bestimmten Punkt aus betrachtet, entsteht ein Regenbogen aus den bunten Strickelementen.

Ziel sei es damals gewesen, die Verweildauer in Kyllburg zu erhöhen und etwas Attraktives, nicht Alltägliches zu installieren, das die Menschen neugierig mache und sie nach Kyllburg ziehe, fasst Mitorganisator Olivier Rijcken zusammen. Er sagt außerdem: „Wichtig ist, dass die Mischung bei den Kunstwerken stimmt. Es sollte insgesamt nicht zu abstrakt sein, aber auch nicht beliebig. Familien mit Kindern sollen genauso davon fasziniert werden wie Menschen, die sich schon länger mit Kunst auseinandersetzen.“

Kontakt zu den Künstlern bekommt er durch seine Beziehungen zur Kunstwelt und durch Mundpropaganda. Er und seine Mitstreiter Christian Schmitt, Stefan Gorges und Marion Seitz freuen sich, dass das Projekt so viel Anklang fand und findet und in diesem Jahr fortgesetzt werden soll. Mittel aus dem Kultursommer Rheinland-Pfalz konnten sie schon generieren, Spenden gehen ein, Sponsoren konnten gewonnen werden.

Unter den Künstlern ist in diesem Jahr Dirk Schellekens aus Antwerpen. Sein sechs Meter großer „aufblasbarer Flüchtling“, der in den Kanälen von Venedig auf einem Boot schwamm, sollte auf die Flüchtlingskrise aufmerksam machen und bekam international sehr viel Beachtung.

Olivier Rijcken ist zuversichtlich, das Projekt trotz der Pandemie umsetzen zu können: „Es findet an der frischen Luft statt. Die Menschen können es allein ansehen oder mit der Familie, aber Menschenansammlungen gibt es nicht.“

 Einige der Porzellanfiguren hängen noch im Wald auf dem Hahn in Kyllburg.
Einige der Porzellanfiguren hängen noch im Wald auf dem Hahn in Kyllburg. Foto: Christina Bents

Da die Finanzierung jetzt steht, geht es mit voller Energie in die Planung, denn bis 5. Juni soll die neue KunstRoute fertig sein. Zu sehen ist sie bis zum 29. August. Veranstalter ist der Verein Kyllburg Verein(t).