Lahrer haben Kampf um ihre Kirche gewonnen

Kostenpflichtiger Inhalt: Pfarrgemeinde hat genügend Spenden für Sanierung gesammelt : Lahrer haben Kampf um ihre Kirche gewonnen

Wegen Einsturzgefahr ist die Pfarrkirche Lahr seit fast zwei Jahren gesperrt. Mitte 2020 steht nun endlich die Sanierung an.

Rot-weißes Flatterband ist rund um die Pfarrkirche Kreuzerhöhung in Lahr (VG Südeifel) gespannt. Es ist ein prächtiger Bau. Eindrucksvoll, vor allem für eine Dorfkirche. Doch von innen können die Gläubigen das Gotteshaus derzeit nicht bewundern. Die schwere Holztür ist seit fast zwei Jahren verschlossen.

Schäden im Dachschiefer wurden bereits 2017 entdeckt. Bei einer Begehung im April des Jahres entdeckten Statiker, Architekt und die Bauabteilung des Bistums Trier aber, dass die gesamte Tragekonstruktion marode war.

Laut einer Sprecherin des Bistums hatte man Sorge, dass der Dachstuhl oder zumindest Teile davon herunterstürzen könnten.„Aus Gründen der Sicherheit für Leib und Leben“ wurde die Pfarrkirche daher im Einvernehmen mit der Gemeinde geschlossen. Seitdem müssen die Gläubigen für den Besuch eines Gottesdienstes auf die kleineren Filialkirchen in Hüttingen und Niedergeckler ausweichen. Ein Ende der Schließung ist aber in Sicht.

Nach Angaben der Pressestelle des Bistums werden die Arbeiten am Dachstuhl im Jahr 2020 beginnen. Wann genau es soweit sein wird, lässt die Sprecherin offen. Auch wie lange der romanische Saalbau aus dem Jahr 1865 eine Baustelle bleiben wird, sei „noch nicht absehbar“. Derzeit, sagt Pfarrer Sebastian Pfeiffer, werde die Ausschreibung für die Renovierung vorbereitet.

Die Planung habe etwas Zeit gebraucht, erklärt der Geistliche weiter. Zunächst habe der Statiker den genauen Bedarf ermitteln müssen, bevor der Architekt eine Kostenaufstellung machen konnte. Derzeit beziffert das Bistum die Kosten für die Sanierung mit 245 000 Euro. Das Bistum trägt gemäß ihrer Richtlinien nur 60 Prozent der „substanzerhaltenden Baukosten“ für ein Gotteshaus. Den restlichen Betrag, also rund 98 000 Euro musste die Pfarrgemeinde selbst aufbringen.

Dieser Eigenanteil, schreibt eine Bistumssprecherin, sei der „wesentliche Faktor“ bei solchen Bauvorhaben. Wenn die Kirchengemeinde nicht in der Lage ist, ihre 40 Prozent selbst zu stemmen, wird nichts aus dem Projekt. Doch die Lahrer haben nicht nur lange mit dem Bistum Trier über die Notwendigkeit der Kirchensanierung diskutiert, sondern auch Klinken geputzt. Tausende Euro Spendengeld sind so zusammengekommen. Und damit genug, um das Projekt zu stemmen.

Bevor die Zeit der Provisorien aber ein Ende nimmt, wird es vor Weihnachten noch einmal schlimmer. Denn bis zum zweiten Weihnachtstag am Donnerstag, 26. Dezember, wird nun auch die Filialkirche in Niedergeckler renoviert. Das heißt: Alle Messen in der Pfarrei Kreuzerhöhung Lahr werden vorerst in die Kapelle nach Hüttingen verlegt.

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