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Land testet vor und nach den Sommerferien Schüler aus Prüm auf Corona

Landesregierung lässt Kinder und Jugendliche auf Covid-19 testen : Prümer Schüler werden vor und nach den Ferien getestet

Die Landesregierung lässt an 24 Schulen in Rheinland-Pfalz insgesamt rund 1200 Kinder und Jugendliche vorsorglich auf das Coronavirus untersuchen. Im Eifelkreis sind die Berufsbildende Schule der Abteistadt und das Regino Gymnasium mit dabei.

(de) Endlich Sommer, endlich ein Stück Normalität. Die Reisewarnungen in etliche Länder sind aufgehoben. Gerade rechtzeitig vor den großen Ferien – für viele Familien die Hauptreise-Saison. Doch wie wird sich die Urlaubszeit auf die Verbreitung des Corona-Virus auswirken? Ist ein Anstieg zu befürchten oder bleiben die Infektionszahlen so niedrig wie bisher?

Solche Fragen treiben nicht nur  die Virologen um, sondern auch jeden, der vor der Entscheidung steht, ob und wo er in diesem Sommer Urlaub macht. Aber natürlich auch für die Schulträger stellt sich die Frage, wie es nach den sechs Wochen weitergeht. Schließlich will keiner, dass sich das Virus über die Schüler verbreitet. Auch nicht die Landesregierung.

Um eine verlässliche Datengrundlage zu bekommen, wurden in den vergangenen Tagen und Wochen insgesamt rund 1200 Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Altersklassen an 24 Schulen in Rheinland-Pfalz getestet. Im Eifelkreis hat das Land dafür das Regino Gymnasium und die Berufsbildende Schule Prüm ausgewählt.

Insgesamt wurden je 40 Schüler sowie zehn Lehrer und Angestellte pro Schule getestet. Die Tests waren freiwillig. Bei Minderjährigen haben die Eltern schriftlich ihr Einverständnis gegeben. Die Ergebnisse: alle negativ, wie das Gesundheitsamt des Eifelkreises mitteilt.

Interessant wird nun, wie es nach den Sommerferien aussieht. Denn dann werden die gleichen Gruppen wieder getestet. Im Fachjargon spricht man von einer Sentinel-Studie – sentinel ist das englische Wort für Wächter. Es geht also darum, Rückschlüsse von der ausgewählten Stichprobe auf alle Schulen des Landes zu ziehen. Sollte sich die Zahl der Infizierten bei den 24 getesteten Schulen schlagartig erhöhen, wären Land und Landkreise frühzeitig gewarnt, auch an anderen Schulen Maßnahmen zu ergreifen.

Dass sich das Land entschieden hat, eine solche Testreihe an Schulen durchzuführen, hat mehrere Gründe. Dort kommen Kinder und Jugendliche inzwischen wieder regelmäßig zusammen – und damit bestünde auch eine Verbreitungsgefahr, sollten einzelne Schüler infiziert sein. Zumal eine Infektion bei Kindern und Jugendlichen oft ohne Symptome verläuft und diese das Virus weiterverbreiten können, ohne selbst überhaupt zu ahnen, infiziert zu sein.

„Bei Nachweis unbemerkter Übertragungen in den beteiligten Schulen können frühzeitig im ganzen Land Gegenmaßnahmen ergriffen werden“, informiert die Staatskanzlei über den Hintergrund der Testreihe. Die Daten aus den einzelnen Tests werden im Landesuntersuchungsamt in Koblenz zentral ausgewertet. Noch liegt nach Auskunft des Ministeriums kein Gesamtergebnis vor.

Sollten nach den Ferien einzelne Schüler positiv getestet werden, informieren die Ämter unverzüglich Schule und  Eltern und ordnen Quarantäne-Maßnahmen an, die eventuell auch Eltern, Geschwister und weitere enge Kontakte betreffen können. Ob eine komplette Klasse unter Quarantäne gestellt wird oder die Schule geschlossen werden muss, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt vor Ort.

Landrat Joachim Streit hatte Anfang Juni genau solche Tests vorgeschlagen. Für den Eifelkreis wären damit nach überschlägiger Rechnung des Landrats pro Reihe mehr als 11 000 Tests nötig. „Es wäre viel Geld für das Land, aber für die Sicherheit der Kinder und ihre Bildung gut angelegt“, sagte Streit damals (der TV berichtete). Aber auf diesem Weg sei es möglich, alle Schulen und Kitas für alle Kinder zu öffnen, ohne ein unkalkulierbares Risiko einzugehen.

Gemessen an Streits Vorschlag backt das Land kleinere Brötchen. Nur zwei Schulen pro Kreis werden getestet. Der Landrat begrüßt es sehr, dass sein Vorschlag aufgenommen wurde, heißt es aus dem Kreishaus, „auch wenn er die Testung aller Schüler und Lehrer, Busfahrer, Sekretärinnen und Hausmeister vorgeschlagen hatte.“