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Landesgartenschau 2027: Eifel geht leer aus - Neustadt bekommt Zuschlag

Kommentar : Kein guter Tag für die Eifel

Sie haben alles gegeben, bis zum Schluss gehofft, dann die Abfuhr. Neustadt an der Weinstraße bekommt den Zuschlag für die Landesgartenschau 2027. Glückwunsch! Während man dort jubelt, herrscht in Bitburg Sprachlosigkeit.

Die Eifel geht leer aus – zum zweiten Mal in Folge. Ist eine ländliche Region nach Ansicht von Ministerpräsidentin Malu Dreyer ohnehin chancenlos bei der Bewerbung um ein solches Großereignis? Wenn dem so ist, hätte man das schon 2016 deutlich machen können. Aber damals wie heute lobt man in Mainz alle Bewerbungen gleichermaßen, was ausschlaggebend für die Entscheidung ist, wurde und wird nicht wirklich deutlich. Klar: In einer Metropolregion wie dem Rhein-Neckar-Raum, zu dem Neustadt an der Weinstraße zählt, leben auch schlicht mehr Wähler. Und: In Neustadt ist auch mehr Geld als in Bitburg. Aber gerade deshalb hätte doch die Eifel diesen Schub für Entwicklung, Tourismus, Infrastruktur, Handel und Gewerbe so verdient gehabt. Dass die Sache nun gegessen ist und es keinen dritten Versuch geben wird, versteht sich von selbst. Das Problem aber bleibt: Eine riesige militärische Liegenschaft muss umgenutzt werden. Klar ist auch: So viel Rückenwind, wie eine Landesgartenschau gebracht hätte, wird es von Land und Bund in anderer Form nicht geben. Heißt auch: Das wirklich beachtliche und beeindruckende Konzept, das der Zweckverband Flugplatz vorgelegt hat, wird, wenn überhaupt, nur in einer stark abgespeckten Form umgesetzt werden können. Das ist traurig, macht wütend und schmerzt – nicht nur jene, die in den vergangenen Wochen und Monaten jede Menge Herzblut in die Bewerbung gesteckt haben. Es ist auch ein Schlag für den ländlichen Raum, der, wie so oft, leer ausgeht. Hier wurde eine riesige Chance vertan.

d.dettmer@volksfreund.de