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Landrat Streit fordert Landesgartenschau 2026 in der Eifel

Militär : Wegen drohendem Abzug von US-Soldaten: Landrat Streit fordert Landesgartenschau 2026 in der Eifel

Der Spitzenkandidat der Freien Wähler nennt erste Ideen, wie die Landesregierung der Region wirtschaftlich helfen könne. Wie viele Amerikaner Spangdahlem verlassen, bleibt nach wie vor offen. Ministerpräsidentin Dreyer (SPD) verspricht Hilfe.

Auch wenn noch völlig unklar ist, wie viele Soldaten US-Präsident Donald Trump aus Spangdahlem abzieht, schmiedet Eifelkreis Landrat Joachim Streit (Freie Wähler) erste Pläne, wie die Landesregierung der Region wirtschaftlich unter die Arme greifen könne. "Jetzt wäre ein Zuschlag für die Landesgartenschau 2026 angebracht", sagte Streit in einer Mitteilung und verdeutlichte damit seine Forderung, die er bereits am Wochenende unserer Zeitung gesagt hat. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm hatte sich bereits für das Jahr 2022 vergeblich beworben. "Es gab nördlich der Mosel und soweit im Westen noch nie eine Landesgartenschau", betonte Streit, der als Spitzenkandidat die Freien Wähler in die Landtagswahl 2021 führt.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) äußerte sich zurückhaltend. Jede Region, die die Landesgartenschau ausrichten wolle, bringe gute Gründe dafür vor, diese auszurichten, sagte sie nach einem Gespräch mit regionalen Politikern in Trier, die von einem Truppenabzug in Spangdahlem betroffen sind. Im großen SommerInterview mit dem Trierischen Volksfreund, das am Dienstag erscheint, äußerte sich Dreyer auch ausführlicher zu einer möglichen Landesgartenschau in Bitburg.

Der Region kündigte sie Hilfe vom Land an, solle es zu einem Abzug von Truppen kommen. Dazu zählte sie unter anderem höhere Mittel für Dorferneuerung. Die USA wollen den Standort nicht völlig aufgeben, aber F16-Kampfjets aus der Eifel abziehen. Daran hängt rund die Hälfte der insgesamt 4000 in Spangdahlem stationierten Soldaten. 2000 Amerikaner sollen aber nach Wunsch der Ministerpräsidentin nicht abziehen. "Wir werden für den Erhalt des Standortes Spangdahlem kämpfen", sagte Dreyer. Der US-Kongress müsse Geld für einen Ausbau der Infrastruktur in Italien erst bewilligen, wo die F16-Jets künftig stationiert sein sollen. Gegen die drohenden Kosten wettern selbst republikanische Politiker.

Streit rechnete am Montag nicht damit, dass deutsche Zivilbeschäftigte ein Abzug hart treffen werde. An der Airbase brauche es immer noch Personal, um diese aufrechtzuerhalten, sagte er. "Wenn weniger Schüler in die Schule gehen, bleibt es trotzdem bei der gleichen Anzahl an Hausmeistern", sagte Streit.

In einem Brief fordert er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch zu mehr Härte gegen US-Präsident Donald Trump auf. „Kein Geld für amerikanische Rüstungsmittel, wenn Truppen ohne Zustimmung der Bundesregierung ins Ausland verlegt werden", fordert Streit.