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Landrat Streit wendet sich gegen Hamsterkäufe der Bürger

Corona-Krise : „Bitte macht keine Hamsterkäufe“

Leere Regale in Supermärkten. Keine Nudeln, kein Klopapier, keine Kartoffeln. Das hat es noch nie gegeben. Landrat Joachim Streit bitte die Bürger des Eifelkreises, keine Hamsterkäufe zu machen.

Die Situation ist neu. Und ja, sie macht vielen auch Angst. Und wer für 14 Tage in Quarantäne muss, möchte in dieser Zeit nicht verhungern müssen. Aber wie viel Klopapier braucht ein Mensch wirklich in 14 Tagen? Wie viel Nudeln? Wie viel Mehl? Dass seit mehr als einer Woche viele Regale in den Supermärkten landauf, landab wie leergefegt sind, macht dem Landrat des Eifelkreises, Joachim Streit, Sorgen. Er wendet sich mit einem Appell an die Bürger: „Bitte unterlasst die Hamsterkäufe. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist ausreichend in Deutschland.“ Die Nahversorger werden sogar an Wochenenden

öffnen. Es besteht aus Sicht von Streit kein Grund, sich über den normalen Haushaltsbedarf hinaus einzudecken. Denn das führe dazu, dass andere, die nicht die Chance haben, sich täglich um ihre Einkäufe zu kümmern, die kein Auto besitzen und nur einmal in der Woche einen Markt ansteuern, das Nachsehen haben.

Natürlich hat der Landrat für die Verunsicherung der Menschen Verständnis: „Mit dem Coronavirus ist eine neue, bisher unbekannte Lage in Deutschland eingetreten. Menschen wollen für sich und ihre Familien Vorsorge treffen. Dies ist ein Urinstinkt und auch für mich als Familienvater absolut nachvollziehbar.“ Aber solche Hamsterkäufe würden auch zur Benachteiligung vieler anderer Menschen führen. Nicht nur die alte Dame, die nur alle zwei Wochen eine Mitfahrgelegenheit zum Supermarkt hat, oder die berufstätige Mutter, die im Schichtdienst arbeitet, sondern auch all jene, die nicht so viel Geld haben, um viele Vorräte anzuhäufen - und dann, wenn sie etwas brauchen nichts mehr bekommen.

„Mir wurde heute die Geschichte von einem alten Mann erzählt, der weinend vor einem leeren Regal stand und sagte, dass er nicht so viel Rente habe, um Essen zu bevorraten. Die daneben stehende junge Frau gab ihm dann aus ihrem Einkaufswagen die letzte Dose, die sie genommen hatte.“ So rücksichtsvoll sind aber leider nicht alle.

Deshalb fordert der Eifeler Landrat den Lebensmitteleinzelhandel auf, „dort wo die Händler Hamsterkäufe wahrnehmen, nur noch übliche Haushaltsmengen zu verkaufen, wie das auch sonst bei bestimmten Sonderangeboten gilt.“ Einige Märkte haben diese Regel bereits eingeführt. „Dafür danke ich“, sagt der Landrat und betont: „Ich weiß, dass die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Kasse und den Geschäften auch einen besonderen Dienst verrichten, der Virusgefahr direkt ausgesetzt sind, und deshalb den Respekt von uns Kunden und der Gesellschaft verdient haben. Danke!“

Und an die Bürger richtet er seine Bitte: „Zeigen Sie Solidarität, denken Sie an Ihre Mitbürger und kaufen Sie normale Gebinde.“ Jeder, der heute der Schnellere ist, könne morgen auf der Seite der Bedürftigen stehen. „Und da“, sagt Streit, „möchten wir doch alle darauf vertrauen können, dass der Stärkere dem Schwächeren hilft.“ Und ihm nicht etwa das Essen vor der Nase wegschnappt. Dem ist nichts hinzuzufügen.