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Landtagswahl Rheinland-Pfalz: Direktkandidat Marco Thielen aus Prüm-Weinsfeld

Landtagswahl 2021 : Marco Thielen (Linke) möchte die Pflege im Land stärken

Marco Thielen (Linke) macht sich besonders für die Gesundheitspolitik stark. Dabei soll es nicht nur Verbesserungen in einem Sektor geben, sondern insgesamt.

„Man möchte die Welt ein Stück weit verändern, auch im kleinen Rahmen“, erzählt Marco Thielen aus Prüm-Weinsfeld im TV-Gespräch. Der 41-Jährige kam nach eigenen Angaben durch Politikverdrossenheit zu seiner Partei. Früher wählte er die SPD, doch deren Programm machte ihn nach und nach unzufrieden. „Ich habe nach einer Alternative und nach einer Orientierung gesucht“, sagt Thielen. „Dadurch bin ich zu den Linken gekommen.“

Seit 2017 ist Thielen in seiner Partei. „Ich habe mich bei den Linken inhaltlich und politisch aufgenommen gefühlt“, erzählt er. Seine Position als stellvertretender Vorstandsvorsitzender gibt er wegen seines Mandates für den Kreistag auf. Zudem engagiert sich Thielen für die Linken in der Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheit und Soziales und ist auch in diesem Bereich in der Bundesarbeitsgemeinschaft für seine Partei aktiv.

Besonders das Thema soziale Gerechtigkeit zieht Thielen zu den Linken. „Mir ist aufgefallen, dass wir diese Problematik, dieses Thema nicht alle vier Jahre aus dem Keller rauskramen, sondern wirklich aktiv, Jahr für Jahr und Monat für Monat daran arbeiten sollten“, sagt er. Zudem sollte dem ärmeren Bevölkerungsanteil eine Stimme gegeben werden, nicht nur in Rheinland-Pfalz, sondern in ganz Deutschland.

Von 1998 bis 2001 macht Thielen eine Ausbildung zum Krankenpfleger in Daun, für sein Examen zieht es ihn zwischenzeitlich an die Mosel nach Ürzig. Nachdem er zum ersten Mal Vater wurde, überlegte er, sich umzuorientieren und begann ein Studium, das er sich durch seine Scheidung jedoch nicht mehr leisten konnte. Der 41-Jährige kehrt in den Eifelkreis Bitburg-Prüm zurück und arbeitet jetzt im Seniorenzentrum St. Peter in Habscheid.

Durch seinen Beruf setzt sich der 41-Jährige für eine Verbesserung in der Pflege ein. „Ich bin der Meinung, dass die Pflege allgemein in der gesamten Republik, nicht nur in Rheinland-Pfalz, wenig Lobby hat und wenig Gehör findet“, erklärt er. „Um einfach ein bisschen darauf aufmerksam zu machen, was die Pflege alles leistet und welche Einbußen die haben.“ Besonders die jüngsten Stationsschließungen in Gerolstein sollten ein Augenmerk auf die Probleme in der Pflege lenken.

„Es bringt nichts, wenn man sich als Politiker mit hängenden Köpfen vor die geschlossenen Abteilungen stellt und Bedauern ausdrückt. Es fehlt einfach an Substanz“, findet Thielen. „Angefangen bei den Freipauschalen bis hin zu flächendeckenden Tariflöhnen, um den Beruf auch attraktiver zu machen.“

Einen „Aha-Moment“ in der Politik erlebt Thielen in Berlin bei der Bundesarbeitsgemeinschaft, als er mitbekommt, wie weit die politische Arbeit reicht. „Auf der einen Seite hat man seine Themen und Ideen, aber das Ganze muss auch real-politisch umgesetzt werden“, erklärt er. „In den Diskussionen dachte ich: Oh, da sind doch noch mehrere Hürden. Und das Ganze nicht nur aus dem Bauch heraus entschieden wird.“

Wie viel Prozent der gelernte Altenpfleger erreichen möchte? Eine genaue Zahl kann er gar nicht sagen. Für seine Partei wünscht er sich mindestens fünf Prozent. „Realistisch für den Eifelkreis sind jedoch drei bis vier Prozent.“

In seiner Freizeit betätigt sich der 41-Jährige gerne sportlich mit Fußball oder Fahrradfahren.  Seine Leidenschaft sind Mittelaltermärkte.