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Landtagswahl Rheinland-Pfalz: Porträt Jakob Streit

Landtagswahl 2021 : Direktkandidat Jakob Streit (Freie Wähler) aus Bitburg möchte mit 22 Jahren in den Landtag

Obwohl Jakob Streit sein Abitur in Baden-Württemberg gemacht hat und für sein duales Studium bei der Bundesbank sogar deutschlandweit arbeitet, zieht es ihn immer wieder zurück in seine Heimat: Bitburg in der Eifel.

Jakob Streit ist durch und durch ein „Eifler Jung“: Der 22-Jährige ist in Bitburg geboren und ist auch in der Bierstadt zur Schule gegangen. Mit 15 Jahren erhält er ein Förderstipendium für ein Internat am Bodensee und verlässt die Eifel. Das Abitur folgt 2017 in Baden-Württemberg, das anschließende duale Studium im Westerwald. Zumindest der Theorieteil, für die Praxissemester arbeitet er deutschlandweit.

Zurzeit arbeitet der Student in Frankfurt, coronabedingt allerdings im Homeoffice. Die Theorie ist bereits geschafft, Mitte März möchte er sein Studium abschließen. Im Hinblick auf die Landtagswahl in anderthalb Monaten das perfekte Timing. „Das wäre ein nahtloser Übergang“, sagt Streit.

Er selbst möchte später zurück zu seinen Wurzeln und hier in der Umgebung wohnen. Sein politisches Spezialgebiet sieht der Student deshalb in der Zukunft des ländlichen Raums. „Den Menschen, die hier leben, soll es an nichts fehlen. Da müssen wir aber die Herausforderung der Zukunft anpacken, damit wir die Lebensqualität auf dem Land aufrechterhalten und verbessern können.“

Für Politik habe sich der 22-Jährige schon immer interessiert. Sein Vater, Landrat Dr. Joachim Streit, hat dabei eine wichtige Rolle gespielt. „Mein Vater ist Landrat und war früher auch Bürgermeister. Ich bin sozusagen von klein auf mit der Politik aufgewachsen. Die Gespräche beim Mittagstisch waren immer politisch angehaucht“, erzählt er. „Es liegt nicht unbedingt in den Genen, aber man hat es doch verinnerlicht und ist damit groß geworden.“

Er selbst sagt, dass es ungewohnt für einen 22-Jährigen sei, diesen Weg zu gehen. Gleichzeitig plädiert er für junge Politiker. „Es sollen auch junge Leute in der Politik Fuß fassen. Die Politik und die Demokratie leben von der Vielfalt. Das heißt nicht nur Frauen und Männer, sondern auch Jung und Alt.“

Besonders hat sich Streit gefreut, als er mit 18 zum ersten Mal bei der Bundestagswahl 2017 wählen durfte. Auf diesen Tag habe er schon die ganze Pubertät über hingefiebert, besonders, als es im Geschichts- und Sozialkundeunterricht thematisiert wurde. „Da habe ich gedacht: Wow, meine Stimme zählt, obwohl es im Großen und Ganzen nicht viel ins Gewicht fällt. Aber ich kann etwas mitentscheiden.“

Nun möchte der junge Nachwuchspolitiker selbst gewählt werden. Und zwar in den Landtag. Darauf bereitet sich Streit schon lange vor. „Letztes Jahr um diese Zeit habe ich gesagt: Ich möchte das gerne machen und diesen Schritt gehen.“ Auch die Partei steht hinter ihm. „Die waren sehr zufrieden, dass ich das mache, dass auch mal junge Leute diesen Schritt wagen.“

Auf die Frage, wie viel Prozent er als Direktkandidat erreichen möchte, lacht er. „Mehr als die anderen.“ Für seine Partei „Freie Wähler“ wünscht er sich mindestens fünf Prozent.

Neben der Politik interessiert sich der 22-Jährige für Sport. „Ich mache Triathlon, also laufen, schwimmen, Fahrrad fahren. Da geht sportlich gesehen meine meiste Zeit drauf“, erzählt er. Und sonst macht er das, was viele junge Erwachsene gerne tun: sich mit Freunden treffen und etwas unternehmen. „Durch Corona ist das natürlich gerade sehr eingeschränkt.“